Beschauliches im Corona-Winter 2020

Spaziergang mit Hund. Still geht es zu in unserem Städtchen .. aber schön. Zu Corona nur ganz kurz: alles wie seit Monaten, Tanz und Hammer, es ist einfach nicht in den Griff zu bekommen…

Klassisch-ländliche Architktur dominiert (bei uns ja auch). Aber:

Auch hier ist Bolivien. Trotz normalerweise Vollbeschäftigung im Tourismus, auch hier gibt es Ärmere. Diese Häuser sind schräg gegenüber unserer Terrasse, keine 20 Meter. Luzmabel, Jhimmy und Maythe (siehe zB April 2020, ganz unten, Spinnenphobiker RASEN da mit der Maus hin…) wohnen dort…

Candelaria: Unterricht beginnt zaghaft, aber immerhin

Selbst im nicht gerade begüterten Candelaria haben sie sich jetzt etwas einfallen lassen. Die Kinder werden, soweit möglich, online vorbeschult und müssen dann in kleinen Gruppen antreten und unter Aufsicht Aufgaben erledigen. Hier hat unsere Alicia mal einen Schnappschuss rüber zu Rocio gemacht. AHA-Regeln werden eingehalten. Das Laptop rechts oben ist dasjenige der Lehrerin (vermutlich Schuleigentum, die baden auch nicht in Milch und Honig), meine Kinder da oben haben keine Laptops, aber…

.. unsere Rocio verwaltet ja da oben unser online-Bankkonto. Sie hat für Alicia und sich Montag dieses SAMSUNG angeschafft, womit die beiden den Online-Teil absolvieren können. Nein, kein Spielzeug. Investition!

Wenn Sie sehen, dass so ein Neu-Gerät mit Garantie und Quittung hier für etwa 130 EUR zu kaufen ist, dann schlagen Sie bitte nicht gleich Ihren Handy-Händler zusammen. Der kann auch nichts für die Konzern-Politik, und es ist übrigens auch fair, dass Waren weltweit etwa in gleicher Kaufkraft verkauft werden. 1130 Bolivianos sind hier IRRE teuer. Entspricht dem Monatslohn eines Bauarbeiters, 48-Stunden-Woche, Sonne „Moulinex-Oberhitze-Grillkruste“. Für uns ist das eine Investition in die zwei, die sonst schon wieder abgehängt wären. Und, liebe Spender: das habe ich komplett aus eigener Tasche bezahlt. Damit darüber erst gar nicht diskutiert werden kann. Ich glaube an Rocio und Alicia, da ist das eine Freude

Unsere Förderin Janka Harms mit 4. Smoveywalk für uns

Schon eine Tradition! Toll! Und das schreibt Janka dazu:
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„Ihr Lieben 💚 Es sollte im April sein, unsere alljährliche smoveySPENDENAKTION für Bolivien, genauer für die „La Casa de la Bienvenida“
https://www.bildungsspender.de/lcdlb-de/spendenprojekt
Am 5.9.2020 / 11.00 bis ca. 12.15 Uhr veranstalten wir eine smovey-energy-dance-Aktion am Heidbergsee/Braunschweig. Die Energy Dance Trainerin, Ausra Kauschkiene, ist diesmal an meiner Seite🙏. Viele von Euch wissen, wie sehr ich von dieser Bewegungsform begeistert bin💃.

Bitte kommt und unterstützt uns wie all die anderen Jahre.
Mit 5 € Teilnahmegebühr und gern mehr für dieses wundervolle Projekt.
Schaut Euch die Seiten/Videos an. Es wird Euch mitreißen. Bitte gebt uns ein Zeichen👍. Macht mit🙏. Wundervolle Grüße von Janka & Ausra“
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Danke schon jetzt an alle Organisatoren, aber natürlich gerade auch an alle Mitmachende … denn die Gruppendynamik macht´s…

Die kleine eigene Bananenplantage

Die grosse alte Bananenstaude vorne an der Terrasse (siehe auch Dezember 2019 und Januar 2020) hat vier Ableger ausgebracht. Habe ich mal nach hinten neben die Granatapfelbäume gepflanzt. Werde ich jetzt mit jedem weiteren Setzling auch so machen. Eigene Bananen aus dem Garten hatte ich in der alten Heimat nie…

Das ist übrigens Yapao, die berühmte „Schwarze Erde“ der Inkas, die in diesem Klima bis zu drei Ernten ermöglicht. Kam auch auf Lastwagen vorbei, Mundschutz, Handschuhe, langer Arm beim Bezahlen, Sie wissen schon. Gut, dass ich meine Schubkarre habe, damit ist so etwas schnell vom Lastwagen runter und nach hinten auf das Grundstück gefahren.
Yapao können Sie übrigens auch für Ihren Garten leicht und einfach herstellen. Das Geheimnis ist Holzkohleasche. Wer gerne grillt, hat sie stets daheim. Dann einfach unter die Muttererde und / oder in den Komposthaufen einmischen. Wirkt Wunder…

Naturstein-Regenschutz (Laja) überall fertig

Am Deposito / Gym …

… am Wohnhaus der Mädchen auch …

… auch am noch kleinen Haus 3. Linke Tür das neue Mädchenbad, Mitteltür Papagei das Bad von Haus 3. Dieses Bad ist von aussen und von innen zugänglich. Auf diese Weise haben wir immer genügend Bäder für alle zur Verfügung, auch bei Vollbesetzung und mit Gästen.

Regentest bestanden. Das Prallwasser kommt nicht höher als das Laja …

Corona – Update / es wird weitergebaut, was soll’s

Nachdem wir jetzt 98 Tage in diverser Quarantäne gelebt haben, vollzieht das Departament Tarija (Grenze zu Argentinien) den nächsten radikalen Schritt: Die totale Selbstisolation. Nichts geht mehr, alles zu und weder raus noch rein. Nur Samstags von 7:00-12:00 dürfen die Menschen mit gerader Ausweisnummer zum Einkaufen auf die Strasse und am Sonntag diejenigen mit ungerader.
Das Departament Tarija hat heute bei 450.000 Einwohnern 239 Positive und eine Sterberate von 3,34 %. Für Europäer scheinen die harten Massnahmen möglicherweise überzogen, aber man muss wissen, dass es im gesamten Departament nur 10 Beatmungsgeräte gibt. In Gesamt-Bolivien (11.000.000 Einwohner) ist die Sitution dramatisch: 23.512 Infizierte und insgesamt 740 Verstorbene. Schwerpunkte sind Santa Cruz (mit Abstand), Beni, Cochabamba und La Paz. Bemerkenswert ist, dass die Todesopfer meist jüngere Menschen sind, Ärzte, Krankenhauspersonal, Polizisten, Militär, Lehrer und Journalisten. Erstaunlich, wie ein grosser Teil der Bevölkerung, der ohne jegliches Einkommen vergetiert, bisher stoisch und diszipliniert sich und die anderen schützt und dabei auch noch solidarisch das fehlende soziale Netzwerk durch Eigeninitiativen ersetzt. Auch bei uns bleibt es dabei: nur an einem Tag nach Endnummer im Personalausweis für Besorgungen raus, keine Reisen aus der Gemeinde und in die Gemeinde (ZiehTöchter bleiben unsichtbar). Aber: Händler dürfen auch ans Haus liefern! Vom Lastwagen runter, Mundschutz, Abstand, Gummihandschuh, Geldübergabe abgezählt im Umschlag, empfohlen besser Bank an Bank, aber es hat ja nicht jede/r Onlinebanking oder auch überhaupt nur ein Konto….

Das ist das neue Deposito vom September. Die brutale Sonne und der Schlagregen (alles normal, kein Klimawandel insoweit) haben die neue Latexfarbe an der Wetterseite unten schon halb weggefräst. Da wieder Baumaterial kommt, jetzt die Lösung:

Laja!(sprich: Lacha), Schiefersplittermaterial, das beim Ton-Abbau entsteht und schon seit jeher hier für rustikale Bauverzierung genutzt wird – aber eben auch deutlich sonnen- und regenresistenter ist als alles andere…

Hübsch oder hübsch? Bald geht´s weiter…

Wieder Baumaterial „geramscht“ – weiter geht es

Wir haben im Ort über Facebook eine kleine Börse für wichtige Sachen organisiert. Mit Mundschutz, Baukarre und Gummihandschuh kann man ja nun auch auf Distanz Zement und Steine ohne Risiko einkaufen. Ausserdem ist uns auch nicht damit gedient, wenn nach Corona hier die Hälfte aller Mitbürger pleite ist

Heute war die Reparatur der unteren Ecke der Hangmauer im Lichthof dran. Als Wasserlass konzipiert, hat die starke Regenzeit da doch einiges „mitgenommen“. Jetzt wieder stabil. Sie sehen in der Wand auch Löcher, die den Wasserdruck aus dem Hang nehmen sollen. Es regnet jetzt nur noch selten und moderat, aber das nächste Tropengewitter oder der nächste Dezember kommt bestimmt

Wie man an den Sturzresten unten noch sieht, haben hier sowohl Regen als auch die Katzen (auf der Flucht vor Bella, könnten auch oben rum gehen, aber machen sich wohl einen Spass draus), eine richtige Ecke in die Grenzmauer gefressen / gekratzt. Jetzt wieder ordentlich zementiert und geschlossen. Auch Lehmwände brauchen einen gewissen Regenschutz. Glücklicherweise hatten wir noch einige Dachziegel hinterm Deposito, von den Dachsanierungen zu Beginn der Regenzeit (siehe Dezember 2019) …