Auch das muss leider einmal sein ….

Unsere Tuda ist sterilisiert. Es gibt, wie in allen Südländern, so viel Strassenhunde. Gut ist, sie zu adoptieren, auch wenn sie schon älter sind. Damit sie wenigstens bis zum letzten Atemzug noch Glück in einer Familie empfinden. Wichtig ist aber auch, die Hunde zu sterilisieren. Damit es nicht noch mehr werden. Hier bei uns gibt es eine Bürgerorganisation „Samaipatitas“ ( aus „Samaipata“ und „Patitas“ = Pfötchen). Wird Sie kaum wundern, dass Tochter Elvira und ich da auch dabei sind. Dort wird Geld gesammelt, um herrenlose Hunde zu sterilisieren und danach ein bisschen zu pflegen. Es werden hier Unterstände gebaut, wo die Hunde Wasser und Futter finden und bei schlechtem Wetter oder in der Nacht unterziehen können. Wir planen auch einen, unter unserem Terrassenanbau

Zur Nachsorge. Noch ein bisschen wackelig, aber ohne Angst. Ein Hund spürt (auch weil er begleitet wird), dass das alles wohl was Gutes hat

Von wegen …

… am 30. Mai 2022 alles fertig. Dick Einweihung haben die Politics hier zwar selbstbeweihräuchernd gefeiert. Bis heute ist aber noch nicht ein Auto durchgefahren. Na gut, so isses, wir nehmen es mit Humor und freuen uns, dass die Fahrräder wieder einen hohen Status habenUnd es wird wohl auch noch dauern. Hier wird noch ein Kanalabfluss gegossen, man sieht überall die Barrikaden, und Mittellinien fehlen auch noch (gelb vorgezeichnet)

Aber so sieht es jetzt schon vor unserem Haus aus. Ist doch auch mal was. Es ist ordentlich gearbeitet worden, muss man auch mal sagen. Drüben die Häuser, wo früher Luzmabel und Maythe wohnten

Prophylaktisch bei uns inklusive

In ärmeren Ländern ohne diese Vollkasko-Krankenversicherungslandschaft wie in Deutschland wird der vorbeugende Gang zum Arzt ja gerne mal ausgelassen. Bei uns in der Casa De La Bienvenida nicht. Wir haben Sonderabkommen mit unserer kleinen Klinik und einer Zahnärztin. Einmal im Jahr ist Gynäkologe, Augenarzt, Zahnarzt. (Bei mir ist es stattdessen der Internist. Als ich bei der Gynäkologin reinkam und die sagte, na, das ist aber mindestens 5. Monat, habe ich das gelassen. Frechheit). Hier ist gerade Rocio auf dem Folterstuhl

Und deswegen hatte Rocio ständig Zahnweh. So ein Scharlatan aus Cochabamba hatte da wild rumgebohrt und sogar den Nerv beschädigt. Und da hier keiner mal einen Fehler zugeben kann, dann da mit Medizin und Naturheilkunde versucht, was zu begrenzen. Gab nur eins: raus damit, war eh der hinterste, und Rocio hat ein kleines Gesicht, da braucht man den eh nicht, der drückt nur. Sie hat mir erst heute wieder geschrieben, wie dankbar sie dafür ist. Ist ja wieder im Ausbildungsinstitut und muss sich konzentrieren können. Machen Sie das mal, wenn es ständig in der Wange puckert

Abschiedsspiele

Darts! Unsere Rocio muss noch mal ran in Cochabamba. Sie vervollständigt ihre Ausbildung und macht jetzt noch Maniküre, Pediküre und Bartpflege. So im November kommt sie dann zurück zu uns und lernt erstmal Autofahren, und dann bauen wir einen alten VW-Bus um und gründen das erste bolivianische Beauty-Movil. Nicht rumsitzen und auf Laufkunden warten – verabreden und hinfahren, und den Rest der Zeit für weitere Fortbildungen bei uns nutzen (Deutsch, Englisch, Wirtschaften …..)

Ende Juni kommt Tatiana wieder, so bleibt es bunt. Und wenn hier unsere Straße endlich wieder für den Verkehr freigegeben ist (das war sie bis Ende Mai natürlich NICHT, wie könnte das auch je anders sein), wollen wir weiterbauen und weitere Lernwillige aufnehmen. Ohne das Auto nutzen zu können, ist die Einkauferei doch sehr kleinteilig und lästig. Oder unmöglich, fünf Sack Zement auf dem Fahrradsattel…..

Und Rocio spielt schon sehr gut, wie man sieht

Auch bei Anbruch der Nacht kann weitergespielt werden. Solange hat sich der Strahler per Solarzelle aufgeladen

Elvira ist sowieso Halbprofi

Und auch das rockt immer wieder – und glauben Sie bitte nicht, daß das Mädels keinen Spaß macht. Die bekommen die gleichen positiven Streßsyptome, denn auf der jahrzehntealten Bahn geht es immer noch schnell zu. Und ich spiele zu gern mit

Tuda ist jetzt ganz bei uns

Dankbar. Endlich wieder Familie und regelmäßige Nahrung

Nein, das ist keine Oma-Allüre. Zur Erinnerung: wir wohnen hier einfachverglast und ohne Heizung. Und nachts geht es bis auf 3 Grad runter. Da ist so ein Ding schon sehr willkommen, auch bei Bella. Müssen wir nur hochhalten und schon kommen sie angelaufen. Also wohl angenehm

Man sieht’s auch an den Mädchen. Sobald die Sonne tiefer steht, kommen dicke Socken, Wollmützen und Decken zum Einsatz. Und Bella, die die Decke auch gern haben möchte

Hundewäsche auf dem Hofe

Tudaliza ist uns Sonntag zugelaufen und hat beschlossen, hierzubleiben. Bella hat wenig dagegen. Tuda ist schon älter und ist hinten nicht mehr ganz so gut zu Pfote, aber egal. Lieber Hund. Roch ein bisschen streng, daher haben Elvira und Rocio sie erstmal geduscht. Entparasiert haben wir auch. Bella hat auch geduscht, das ist aber einfacher, sie macht mit. Tudaliza muss das erst lernen. Abtrocknen fand sie aber schon gut

Und in der Sonne trocknen auch

Derweilen stellen Sie unsere Garage weiter mit Steinen zu. Seit 7 Wochen Auto nicht bewegt. Was will man machen.

Der Corona-Käse ist auch bis September verlängert. Interessiert im Alltag keinen mehr, aber die Schulen und Institute haben damit natürlich einen schönen Vorwand für Faulheit. Merkt Tatiana gerade wieder

So wird die Straße auch bei uns mal aussehen. Freuen uns drauf. Kein Staub mehr

Rocio ist zurück!

Manchmal kann Freitag der 13. auch ein Glückstag sein. Wer Kinder (angenommen) hat, weiß: wenn sie fahren, ist es immer blöd, wenn sie kommen, ist es wunderbar

Weiter sondieren…

… wenn auch nur zu Fuß und mit entsprechend geringerer Reichweite. Aber die Straße wird wohl noch ein paar Wochen gesperrt sein… siehe weiter unten…

Alles neu …. ?

…. macht dieser Mai nur teilweise. Die Coronaquerelen bleiben, ergänzt durch Probleme mit Masern und Tuberkulose, und wir sind hier nach wie vor abgeschnitten, die Straße bleibt aufgerissen, das Auto ruht, und bei Regen steht man mit seinem Einkaufsrucksack bis zu den Knöcheln im Matsch.

Ausgerechnet in dieser Zeit…

…… kommt noch die schon im November 2020 (!) beantragte Verlegung neuer Gasleitungen hinzu. Das halbe Grundstück aufgerissen, alle einschließlich Bella tragen ständig Dreck in die Häuser. Elvira, deren Haus von der Verlegung auch betroffen ist, wohnt zeitweise mit im Mädchenhaus. Jetzt wieder gut, dass wir da noch Kapazität haben, sonst wäre sie wohl hier auf dem Sofa! Manchmal frage ich mich schon, wie viele Jahre Improvisation aus welchen Gründen auch immer uns noch erwarten ….