Zweimal ganz verschieden „Kindergeburtstag“

Am kommenden Sonntag ist ja die große Wahlwiederholung. Hier gibt’s das Ganze schon mal in klein: der bisherige Bürgermeister der MAS ist ja von einer Volksversammlung konstruktiv abgewählt worden, verlässt aber seinen Sitz nicht für die Neue. Dann hängt mal halt gekreuzigte Figuren ans Amt und schreibt: „Korrupter Flávio das Volk mag Dich nicht, tritt endlich ab von Deiner missbräuchlichen Blockade“. Und das Amt ist komplett verrammelt und arbeitet nicht, siehe vorherige Posts 🙄 das wird wieder heiter am Sonntag…..

Maythe (in rot) wurde heute 8. Da sie bei ihr zu Hause gar nichts gemacht haben, haben wir hier ein bisschen gefeiert

Jaaa, ich weiß. Alles ganz furchtbar zuckrig, chemisch, fern jeder Ernährungslehre. Aber Balsam für ein kleines Mädchen, das so eine kleine Feier bekommt und gesehen worden ist – vor allem, weil ich das für sie gemacht habe und ihr versprechen musste, ihr das zu zeigen. Kein Problem, in zwei Monaten hat Luzmabel, dann bereiten das Maythe und ich vorher zu, in rot (Erdbeer mit naturähnlichen Aroma- und Farbstoffen)

Deutscher Kartoffelsalat nach Oma’s Art

… schmeckt den Kindern auch, und er ist ja saurer, würziger als bolivianischer und ohne Mayonnaise

Die Soße wird über Nacht allein durch die Kartoffelstärke sämig. Danke, Oma! (Also für das Rezept. Machen muss ich den hier unten schon selbst…). Luzmabel möchte das übrigens mal lernen, machen wir beim nächsten Kochkurs mal mit. Sie sehen auch die Mehrweg-Transportpackung für Eier – Luz hat wieder 7 Stück freilaufende Eier (huevo criollo) mitgebracht. Kaufe ich ihr immer gerne ab. Kenne ihre Hühner ja sozusagen beim Vornamen. Seit Wochen keine Industrie-Eier mehr gekauft, gegessen und verarbeitet! Ein prima Lebensmittel, jede Menge Nährwerte, kaum Kalorien, keine negativen Cholesterine…. und die Hühner leben sehr zufrieden.

Zwei dieser Eier werden nach Ziehen des Salates hartgekocht und genauso kleingehackt wie Gewürzgurken und Petersilie noch vor dem Servieren untergehoben – ein vollwertiges Gericht, da braucht es kein Knusperschnitzel oder so dazu…

Der erste Kochkurs startet endlich

Maythe entschuppt erstmal den frischen Fisch vom Markt, mit unserem selbst gebauten Entschupper (geht gut!)

Irgendwie sieht Luzmabel hier schon so ein bisschen wie die strenge Küchenchefin aus. Sie schmeißt auch die kleinen Jungs aus der Küche („hier gibt es Messer und Feuer, also raus hier, spielt draußen!“ Wo sie Recht hat, hat sie Recht)

Limonen schneiden und auspressen

Mit viiiiiel Salz auf den geschnittenen Fisch

Wie jetzt, „Pampe“. So pökelt der Fisch 48 Stunden

Für Kinder zu lange. Also schnell eine Spaghetti Carbonara gemacht

Es braucht nicht viel. Kochen ist Ernstfall, es gibt keine „Kindermesser“, da lacht sich die Karotte tot, anstatt in kleine Würfel zu zerfallen. Und die Kinder können das auch, wenn man es ihnen gut erklärt, da braucht man nicht herumzuhelikoptern. Sowohl Maythe als auch Luzy haben die Kippwiege des großen Messers jetzt drauf, zapp zapp sind Möhre, Zwiebel, Sellerie und Knoblauch aber gaaaanz fein gehackt… schön die Fingerchen hoch und weg von der Schneide. Können sie!

Essen ist Sozialkultur. Im Stehen reinschaufeln kommt nicht mehr in Frage. Die Kinder schätzen das sofort

Von einem Theater zum nächsten…

Das ist der Eingang zu unserem kleinen Bürgermeisteramt. „Pazifistisch besetzt“ vom Volke. Kaum ist Corona etwas gelockert (seit 15.9. , dazu aber später noch etwas), geht das Polittheater wieder los. Hier bei uns gleich mal im „double trouble“. Als sei das Gerangel um die Wahlwiederholung am 18.10.2020 nicht genug, haben wir hier zum bisherigen MAS-Bürgermeister noch eine “ Gegenpäpstin“, von einer Dorfversammlung gewählte Ersatzbürgermeisterin. Und natürlich Gezeter. So’n Staat muss doch kaputtzukriegen sein. .

Auch die Niederlassung des staatlichen Telefonkonzerns ENTEL ist besetzt. Was die mit unserem Bürgermeister zu tun haben, weiß nun wirklich keiner. Aber es wird aufgerufen, die Rechnungen nicht zu bezahlen, bis Flávio (MAS) seinen Stuhl geräumt hat. Man könnte noch die öffentlichen Toiletten blockieren…

Die Corona – Regeln erlauben (mit Bio-Seguridad) wieder ein fast unbeeinträchtigtes Wirtschaftsleben. Eigentlich. Viele Geschäfte sind aber gleich zugeblieben, und viele Waren kommen immer noch nicht heran. Beispiel: einfache Dachplatten im Ziegel-Look für mein Carport, da sollen in der nächsten Regenzeit das Projektauto und die Fahrräder sicher untergestellt sein. Doch die Produktionsfirmen in Santa Cruz laufen nur sehr zaghaft an. Der Lockdown hat viel niedergehalten… im Zusammenwirken mit dem Politzirkus wird das alles nicht gerade besser….

Erdung ist wichtig….

… und das ganz buchstäblich. Wegen Corona gab es 6 Monate keine Kupferstangen. Jetzt sind endlich wieder welche verfügbar, und so haben wir das Erdungsbeet angelegt. So gehen Induktionsströme ab und zerstören nichts. Wenigstens erstmal für das Haupthaus, aber da ist sowieso alle empfindliche Projektgerätschaft wie der Hauptcomputer, Fotokopierer, Scanner, Drucker, WiFi-Router usw.

Derweilen laufen unsere Berufungsfindungen online/fernmündlich. Was will man sonst machen. Im Rennen sind derzeit Marina, Martha, Rocio, Alicia, Melody, Elva und Marisol. Nicht alle werden herkommen, aber es geht ja auch nicht um Inflation. Wenn ein Bett zunächst frei bleibt und dann taucht das richtige Talent auf … um so besser…

Hier bricht der Frühling mit noch größerer Schnelligkeit an als in Deutschland. Kaum sind Ende August (etwa) die Hundstage (hier die ganz kalten) vorbei und der Baumschnitt getan, wird sofort alles grün und dann blüht auch alles bald…. hier übrigens die Granatapfelblüte…

…. der Weinstock auch.

Die Kinder begeistern sich jetzt auch für Federball…

… und für den WMF-Apfelspelzer. Wahnsinnig wichtiges Küchengerät (aber lustig)

Tanzen zu Madonna auch

Maythe trinkt ihre Cola Zero gerne aus meinem (einzigen) Malteserkreuzglas. Au wei, das gibt was in sechs, sieben Jahren…

Neues Handy für Noemi

Noemi, unsere künftige Schneidermeisterin und -Lehrerin, ist durch Corona auch einkommensgebeutelt. Ausgerechnet jetzt ging das alte Huawei kaputt. Da habe ich auch auch mit umgerechnet etwa 80 EUR ausgeholfen…

… es gilt das Gleiche wie neulich bei Alicia und Rocio: geht voll aus meiner Tasche. Hoffe, dass ich mich an die Fernprojektierung nicht zu sehr gewöhne, aber ist ja besser als nichts. Noemi hat weder Computer noch Festnetztelefon, Telefonzellen gibt es hier auch kaum noch, sie braucht das zur Kommunikation, auch mit uns und vor allem mit ihren Kunden…

… hier noch ein Beispiel ihrer Kunst. Sie hat ein Cocktailkleid entworfen, sehr hübsch. Für volljährige Damen von 11.00 bis 17.00 Uhr, jüngere können es auch in der Abendveranstaltung tragen. Natürlich nicht wie hier mit T-Shirt und Jeans ( war nur für’s Foto), nur mit engem schwarzen Top, sieht toll und aufregend aus:

Für Sie hat sie das Kleid nochmal so angezogen, wie es zu tragen ist:

Noch Fragen? Eine wunderschöne junge Frau, und eine Künstlerin….

 

 

 

4. traditioneller Smovey-Walk in Braunschweig!

Unsere langjährige Unterstützerin Janka Harms, ihres Zeichens Sport-Energiebündel, hat auch dieses Jahr an gleichzeitig gelenkschonende, aber ordentlich schweißtreibende Bewegung am Heidbergsee in Braunschweig und an unsere Kinder in Bolivien gedacht. Das ist einfach toll, Janka, ich danke in Demut und vor allem im Namen der Kinder…

Unsere Vereinsmitglieder Birgit Kröhle und Manuela Schatz (ihre grandiose Gala zugunsten der Kinder siehe Schalttag des diesjährigen Februar, Archiv März 2020 unten, Juni 2020 Mitte), auch ständig mit einem Ohr an den bolivianischen Kindern, waren auch dabei. Trotz ziemlich starkem Regen zuvor, aber: „Wir sind doch nicht aus Zucker!“ Und der Regen hörte gnädig zu Veranstaltungsbeginn auf, das Unternehmen war gesegnet!

Abstand halten wegen der Pandemie – aber geht doch! Fast 50 Menschen kamen.. einfach klasse!

Schaut mal rein in die Bewegung: