Eine noble 50 + 50 – Party

Das sind Stephan und Andrea Vitzthum im schönen Bayern. Seit Jahrzehnten meine Freunde, kenne die beiden sozusagen noch aus dem letzten Jahrhundert aus unserer gemeinsamen Zeit in Frankfurt am Main. Sie feierten am 10. September ihre beiden jeweils runden Geburtstage (mit leichter Verspätung) und verzichteten auf Geschenke. Und baten stattdessen um Spenden für unsere Casa De La Bienvenida.
Allein das ist schon aller Ehren wert.
Aber was dann die Festcorona daraus gemacht hat, das verschlägt einem schlicht den Atem.
3.460 EUR sind bisher zusammengekommen! Ein Wahnsinnsergebnis.
Dafür kann ich auch hier nur noch einmal 1000 Dank an die beiden und alle Spender aussprechen, auch und gerade im Namen aller Kinder. Bin wie vom Donner gerührt. Dieser äußerst starke Dollar (an den die hiesige Währung Boliviano leider gekoppelt ist) bringt einen ja schon ganz schön ins Schwitzen. Seit Projektbeginn bis heute haben wir hier fast 50% an Kaufkraft verloren (unsere Finanzierungswährung ist ja nach wie vor der EUR), wozu neben dem Dollar natürlich auch die Inflation der letzten Jahre beigetragen hat. Da die Versorgung/Ausbildung der Kinder vorgeht, ist deswegen die Bautätigkeit etwas zum Erliegen gekommen. Aber das packen wir jetzt wieder an! Die Erdarbeiten für den Komplex Haus 4 sollen noch im Oktober beginnen. Das ist hier eine gute Zeit, hier ist ja Frühling (Südhalbkugel).
Ein sehr herzlicher Gruß nach Bayern und an jede/n in der Festcorona!
Hoffentlich war es für jede/n ein rauschendes und herrliches Fest. Haben alle verdient!

Zur Ehrlichkeit gehört auch das dazu

Das ist unsere Deysi, oben in Cochabamba, ehemaliges Heimkind aus der CIUDADELA. 20 Jahre alt (Nachtrag: seit dem 30.9.2022 21 Jahre). Treue BLOG-Folgende kennen sie schon lange. Jetzt schon zwei Kinder, der Junge geht schon in die erste Klasse, das Mädchen in den Kindergarten. Und nun schon wieder im 5. Monat schwanger.
Jedes Kind ist von einem anderen Erzeuger, zwingen Sie mich bitte nicht, bei dem Gelumpe von „Vater“ zu sprechen. Und der jetzige – wie könnte es anders sein – hat auch schon den langen Fuß gemacht.
Klartext.
Betreibe kein Kloster und bin auch nicht so naiv zu glauben, daß man sich in der Pubertät nicht unsterblich verliebt und dann nicht auch alles ausprobieren will. Was wir hier gegen unerwünschte Folgen tun, ist klare Aufklärung über VERHÜTUNG. Und das mit einem gewissen Nachdruck, ab sofort verliert jede, die hier in der Ausbildung ist und schwanger wird, ihren Platz hier. Kann doch wohl nicht so schwer sein! Zumal hier bestimmte Verhütungsmaßnahmen für die jungen Damen vom Staat bezahlt werden, um genau den Mist mal zu vermeiden. Die minderjährige, alleinerziehende Mutter ohne Geld und Perspektive ist in Bolivien leider kein Ausnahmephänomen.
Die Realität sollten Sie allerdings auch kennen.
Der XY süßraspelt herum „wenn Du mich wirklich liebst, brauchen wir kein Kondom“ oder „Kondome benutzen nur Huren“. Und die dumme Nuß vergißt alles, was sie hier gelernt hat, und sinkt offen dahin. Alle Geschlechtskrankheiten inklusive frei Haus, denn der faule Stumpen hat seine „Männlichkeit“ ja gerne schon in diesen 5-EUR-Bordellen am Stadtrand bewiesen. Was da abgeht, kann ich Ihnen leider weder aus persönlichen noch aus wissenschaftlichen oder journalistischen Erfahrungen schildern. Hörensagen reicht mir schon zum Abwinken. Diese Tore zur Hölle sind so abstoßend, daß man 50 Meter davor schon Angst hat, von einer versifften Heroinnadel bedroht zu werden, die ein paar Dollar herauszupresst.
Immer schön weiträumig drumrumfahren.
Deysis zweites Kind kommt aber aus einem solchen Milieu.
Da habe ich sie 2017 noch herausgerettet, nur mit dem, was sie am Leibe hatte, und dem damals noch sehr kleinen Sohn. Dann wurde auch noch das Zuhälterpack zudringlich, allerdings nicht lange.
Und dann lief sie wieder weg, geregelter Tagesrhythmus und Deutsch lernen für einen guten Posten im Tourismus, das war alles nichts. Und jetzt das.
Wir haben tolle Erfolge mit anderen jungen Damen. In der Richtung muß es weitergehen. In jedem Gefecht verlieren wir halt auch einmal. Auf lange Sicht zählen aber sozusagen die Gebietsgewinne

Nicht nur bolivianische Mädchen haben es derzeit sehr schwer

Manuela Schatz ist Vereinsmitglied und große Förderin unseres Vereins (siehe zB BLOG vom 01. März 2020) sowie Fahrschulinhaberin in Braunschweig. Hier ist ihrem großen Herzen wieder ein herber Schlag zugefügt worden.
Von Anastasiias Herz ganz zu schweigen.
Andrey wurde während der Rückeroberungsoffensive bei Charkiv durch eine Splitterbombe getötet. Wenigstens ist sein Leichnam nicht den Russen in die Hände gefallen. Die junge Braut konnte ihn „wenigstens“ noch einmal sehen und beerdigen

Irrsinn Straßenblockaden

Das war eine der fünf Straßenblockaden, die mich am Mittwoch daran gehindert haben, in Santa Cruz verschiedene wichtige Termine wahrzunehmen. Die hier beliebte, aber unverantwortliche, geistig minderwertige Maßnahme einiger weniger für ihre unbedeutenden egoistischen Interessen. Kostet Millionen, schwächt die ohnehin schwache Wirtschaft. Und wenn diese Ignoranten dann meinen, dass sie damit Solidarität für ihre Anliegen bekommen, dann sind sie wirklich aus einer ziemlich vergammelten Bulette gehobelt worden.
Leider vielfach im Jahr bremsende Realität hier, mal Richtung Santa Cruz, mal Richtung Cochabamba (zB letztes Wochenende, als eigentlich Tatiana mal nach CBBA wollte – auch Essig).
Normalerweise hätte man solche ohne weiteres rechtswidrigen Aktionen nach einmaliger Aufforderung mit schwerem Gerät räumen müssen. Aber diese korrupten, bequemen Muttersöhnchen von Polizei und Militär standen nur im SUV herum und machten mal wieder nichts. War ja auch nicht geeignet, sich illegal die Taschen füllen. Das geht nur, wenn sie einen ohne Führerschein oder einen Besoffenen ergreifen und dem für´s Weiterfahren so 500 – 1000 Bolivianos abnehmen können

Eine traurige Hundegeschichte mit Happy End

Wir hatten ja im Mai berichtet, dass uns Tuda (rechts) zugelaufen ist. Nach Jahren auf der Strasse, angefahren und verdreckt, sah es so aus, als hätte sie in uns ihre endgültige Familie gefunden. Als sie kam, waren ja auch Rocio und Elvira da. Habe dann eine Zeit alleine mit den beiden Hunden gelebt und gearbeitet, und auch das gestaltete sich alles ganz friedlich. Jede der beiden wusste wohl, dass ich ihr für die andere nichts wegnehme

Dann kamen Tati und Elvira von ihrer Erledigungsreise aus Cochabamba zurück, und just begannen die Eifersüchteleien um nunmehr drei Menschen, darunter eine „Neue“. Es kam zu mehreren schweren Beissereien. Wer Hundedamen kennt, weiss, dass sie untereinander erbarmungsloser kämpfen als Rüden

Beim letzten grossen Kampf, schon dem zweiten an diesem Tage, waren alle lädiert, die sie trennenden Menschen und beide Hunde. Es lag eine ständige Spannung in der Luft. Tuda hat an dem Tag ein Stück Zunge und fast ein Auge verloren. Das ging so nicht weiter

So kam Tuda vorübergehend zu einer Freundin in Pension, und die Suche nach einem neuen Heim OHNE andere Hündin begann…

… und das ist es nun, 15 km von hier, ein riesiger Bauernhof, auf dem es derzeit keinen Hund mehr gab. Ideal. Trotzdem ziehen schwere dunkle Wolken um die Seele, wenn man seinen Hund dann dortlässt. Nun ja…
In zehn Tagen besuchen wir sie nochmal kurz (ohne Bella freilich) und schauen, ob es ihr gutgeht und wie sie sich eingelebt hat. Danach ist es dann besser, ihre Umgewöhnung nicht weiter zu stören. Möge sie dort noch viele Jahre ein wunderschönes Hundeleben haben!