Die kleine eigene Bananenplantage

Die grosse alte Bananenstaude vorne an der Terrasse (siehe auch Dezember 2019 und Januar 2020) hat vier Ableger ausgebracht. Habe ich mal nach hinten neben die Granatapfelbäume gepflanzt. Werde ich jetzt mit jedem weiteren Setzling auch so machen. Eigene Bananen aus dem Garten hatte ich in der alten Heimat nie…

Das ist übrigens Yapao, die berühmte „Schwarze Erde“ der Inkas, die in diesem Klima bis zu drei Ernten ermöglicht. Kam auch auf Lastwagen vorbei, Mundschutz, Handschuhe, langer Arm beim Bezahlen, Sie wissen schon. Gut, dass ich meine Schubkarre habe, damit ist so etwas schnell vom Lastwagen runter und nach hinten auf das Grundstück gefahren.
Yapao können Sie übrigens auch für Ihren Garten leicht und einfach herstellen. Das Geheimnis ist Holzkohleasche. Wer gerne grillt, hat sie stets daheim. Dann einfach unter die Muttererde und / oder in den Komposthaufen einmischen. Wirkt Wunder…

Naturstein-Regenschutz (Laja) überall fertig

Am Deposito / Gym …

… am Wohnhaus der Mädchen auch …

… auch am noch kleinen Haus 3. Linke Tür das neue Mädchenbad, Mitteltür Papagei das Bad von Haus 3. Dieses Bad ist von aussen und von innen zugänglich. Auf diese Weise haben wir immer genügend Bäder für alle zur Verfügung, auch bei Vollbesetzung und mit Gästen.

Regentest bestanden. Das Prallwasser kommt nicht höher als das Laja …

Corona – Update / es wird weitergebaut, was soll’s

Nachdem wir jetzt 98 Tage in diverser Quarantäne gelebt haben, vollzieht das Departament Tarija (Grenze zu Argentinien) den nächsten radikalen Schritt: Die totale Selbstisolation. Nichts geht mehr, alles zu und weder raus noch rein. Nur Samstags von 7:00-12:00 dürfen die Menschen mit gerader Ausweisnummer zum Einkaufen auf die Strasse und am Sonntag diejenigen mit ungerader.
Das Departament Tarija hat heute bei 450.000 Einwohnern 239 Positive und eine Sterberate von 3,34 %. Für Europäer scheinen die harten Massnahmen möglicherweise überzogen, aber man muss wissen, dass es im gesamten Departament nur 10 Beatmungsgeräte gibt. In Gesamt-Bolivien (11.000.000 Einwohner) ist die Sitution dramatisch: 23.512 Infizierte und insgesamt 740 Verstorbene. Schwerpunkte sind Santa Cruz (mit Abstand), Beni, Cochabamba und La Paz. Bemerkenswert ist, dass die Todesopfer meist jüngere Menschen sind, Ärzte, Krankenhauspersonal, Polizisten, Militär, Lehrer und Journalisten. Erstaunlich, wie ein grosser Teil der Bevölkerung, der ohne jegliches Einkommen vergetiert, bisher stoisch und diszipliniert sich und die anderen schützt und dabei auch noch solidarisch das fehlende soziale Netzwerk durch Eigeninitiativen ersetzt. Auch bei uns bleibt es dabei: nur an einem Tag nach Endnummer im Personalausweis für Besorgungen raus, keine Reisen aus der Gemeinde und in die Gemeinde (ZiehTöchter bleiben unsichtbar). Aber: Händler dürfen auch ans Haus liefern! Vom Lastwagen runter, Mundschutz, Abstand, Gummihandschuh, Geldübergabe abgezählt im Umschlag, empfohlen besser Bank an Bank, aber es hat ja nicht jede/r Onlinebanking oder auch überhaupt nur ein Konto….

Das ist das neue Deposito vom September. Die brutale Sonne und der Schlagregen (alles normal, kein Klimawandel insoweit) haben die neue Latexfarbe an der Wetterseite unten schon halb weggefräst. Da wieder Baumaterial kommt, jetzt die Lösung:

Laja!(sprich: Lacha), Schiefersplittermaterial, das beim Ton-Abbau entsteht und schon seit jeher hier für rustikale Bauverzierung genutzt wird – aber eben auch deutlich sonnen- und regenresistenter ist als alles andere…

Hübsch oder hübsch? Bald geht´s weiter…

Wieder Baumaterial „geramscht“ – weiter geht es

Wir haben im Ort über Facebook eine kleine Börse für wichtige Sachen organisiert. Mit Mundschutz, Baukarre und Gummihandschuh kann man ja nun auch auf Distanz Zement und Steine ohne Risiko einkaufen. Ausserdem ist uns auch nicht damit gedient, wenn nach Corona hier die Hälfte aller Mitbürger pleite ist

Heute war die Reparatur der unteren Ecke der Hangmauer im Lichthof dran. Als Wasserlass konzipiert, hat die starke Regenzeit da doch einiges „mitgenommen“. Jetzt wieder stabil. Sie sehen in der Wand auch Löcher, die den Wasserdruck aus dem Hang nehmen sollen. Es regnet jetzt nur noch selten und moderat, aber das nächste Tropengewitter oder der nächste Dezember kommt bestimmt

Wie man an den Sturzresten unten noch sieht, haben hier sowohl Regen als auch die Katzen (auf der Flucht vor Bella, könnten auch oben rum gehen, aber machen sich wohl einen Spass draus), eine richtige Ecke in die Grenzmauer gefressen / gekratzt. Jetzt wieder ordentlich zementiert und geschlossen. Auch Lehmwände brauchen einen gewissen Regenschutz. Glücklicherweise hatten wir noch einige Dachziegel hinterm Deposito, von den Dachsanierungen zu Beginn der Regenzeit (siehe Dezember 2019) …

Weiterbauen, was immer möglich ist…

So sah der Mückenschutzrahmen im Bad des Haupthauses aus. Insbesondere bei Licht findet da natürlich jede Mücke ihren Weg hinein. Es fehlen jetzt aber seit Monaten Baumaterialien. Konnte aber wieder was tauschen und ramschen…

Jetzt seht mal zu, Ihr Stechviecher!

Das an sich hübsch gelegene Fenster über unserem grossen Gemeinschaftstisch war, wie man sieht, sehr dilettantisch zusammengenagelt und ein Staub-Einlader..

… und ausserdem zu viel Holz, zu wenig Glas, zu wenig Licht. Alles besser jetzt, und mit Mückenschutz im Aussenrahmen. Noch streichen, und dann ist das schöne Zedernholz zukunftsfähig… kleine Schritte in diesen Zeiten. Aber: Schritte!

Freud und Leid – die „Tanz- und Hammertheorie“

Etwa so wird die grossartige Spendenaktion von Vereinsmitglied Manuela Schatz (links, siehe auch März 2020, dort etwas weiter unten) auch in der Braunschweiger Zeitung dargestellt werden. Das hast Du verdient, Manu! Rechts Vereinsmitglied und Freundin Birgit Kröhle

Leider sind wir wieder eingesperrt wie März/April/Mai. Einer dieser Fernseh-Virologen hat ja die „Tanz- und Hammertheorie“ entwickelt. Bricht das Virus wieder aus, ist der neue Tanz wieder vorbei, zurück in Quarantäne. So ist es leider hier gewesen

Natürlich müssen wir hier solche Bilder wie nebenan in Brasilien (Quelle: Tagesschau-App), also vorausgehobene Gräber bis zum Horizont, vermeiden. Trotzdem, das Herz hängt halt irgendwann….

Vio jetzt auch dabei / Corona-Bremsen-Update

In unserer „Snoopy-im-Weltall-Kuck-Runde“ ist jetzt auch Vio(lieta) dabei (vorne im Bild). Sie wohnt direkt Wand an Wand nebenan, und mir ist schon mal aufgefallen, dass sie verträumt zu Bella auf unsere Terrasse schaute oder über die Strasse, wo die anderen Kinder fröhlich spielten. Heute fasste sie sich ein Herz und kam vorbei. Erst fremdelten die Kinder, aber dann ging es los. Also, wenn das die derzeitige Corona-Aufgabe ist, hier in der CASA Kinder-Strassenfreundschaften zu stiften, hat sich ja schon wieder alles gelohnt. Maythe sitzt übrigens immer noch in Santa Cruz fest. Ach ja, Corona im Juni 2020:

Bei uns im Bundesland Santa Cruz sieht es weiterhin am Schlimmsten aus, trotz rigider Massnahmen. Da wir aber bloss nach rechts über die Grenze nach Brasilien schauen müssen, wo sie vorsorglich Massengräber bis zum Horizont ausheben, sind wir mal lieber ganz stille…

Kurz und knapp: in Santa Cruz (Stadt) herrscht weiterhin totale Quarantäne

In Cochabamba (Bundesland UND Stadt), wo meine Töchter und Ziehtöcher sowie „Enkel“ festhängen, sieht die „Lockerung“ leicht, einfach und verbraucherfreundlich verständlich erklärt so aus (nur Auszüge, sonst wäre der BLOG gesprengt):

Um einen Feldpostkarten-Kalauer des 2. Weltkrieges zu zitieren: „Alles Scheisse, Deine Elli“.

Samaipata:

Bei uns in Samaipata (der Regen dauert dieses Jahr ungewöhnlich lange) leben wir ausser am Wochenende schon vergleichsweise entspannt miteinander. Leider sind wir umrahmt von Hochrisikogebieten, können also weder „nach links oder rechts weg“.

Und jetzt blockieren sie schon wieder die Strassen auch für den erlaubten systemrelevanten Restverkehr (Grundnahrungsmittel, Medikamente usw.), weil irgendwelche Hilfsmittel angeblich nicht fliessen. Vorgeschmack auf das, was demnächst bei den Neuwahlen passiert? Dieses Kalenderjahr ist hier echt gebeutelt…

Unser Förderer Stephan Striebig leider verstorben

In diesen Corona -Zeiten erreicht uns eine weitere sehr traurige Nachricht. Unserer langjähriger Freund und Förderer, Herr ass. jur. Stephan Striebig, ist nach langer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren viel zu früh verstorben. Er war ein Freigeist mit zahlreichen Fähigkeiten und sehr differenzierten Interessen, stets lebensfroh und ein begeisterter Familienmensch. Ein stets gern gesehener Freund, der auch mit Freude in sein schönes Haus zu unvergesslichen Weinproben einlud. Zu seinem 70. Geburtstag verzichtete er auf Geschenke und bat stattdessen um Spenden für unsere CASA, was seinerzeit einen namhaften vierstelligen Betrag erbrachte. Auch nun wird seitens der Familie wieder an unser Projekt gedacht. Dafür danken wir zutiefst berührt.

Er wird überall fehlen, und wir trauern mit seiner lieben Familie

Irina und Stephan Striebig, noch vor Kurzem