Eine traurige Hundegeschichte mit Happy End

Wir hatten ja im Mai berichtet, dass uns Tuda (rechts) zugelaufen ist. Nach Jahren auf der Strasse, angefahren und verdreckt, sah es so aus, als hätte sie in uns ihre endgültige Familie gefunden. Als sie kam, waren ja auch Rocio und Elvira da. Habe dann eine Zeit alleine mit den beiden Hunden gelebt und gearbeitet, und auch das gestaltete sich alles ganz friedlich. Jede der beiden wusste wohl, dass ich ihr für die andere nichts wegnehme

Dann kamen Tati und Elvira von ihrer Erledigungsreise aus Cochabamba zurück, und just begannen die Eifersüchteleien um nunmehr drei Menschen, darunter eine „Neue“. Es kam zu mehreren schweren Beissereien. Wer Hundedamen kennt, weiss, dass sie untereinander erbarmungsloser kämpfen als Rüden

Beim letzten grossen Kampf, schon dem zweiten an diesem Tage, waren alle lädiert, die sie trennenden Menschen und beide Hunde. Es lag eine ständige Spannung in der Luft. Tuda hat an dem Tag ein Stück Zunge und fast ein Auge verloren. Das ging so nicht weiter

So kam Tuda vorübergehend zu einer Freundin in Pension, und die Suche nach einem neuen Heim OHNE andere Hündin begann…

… und das ist es nun, 15 km von hier, ein riesiger Bauernhof, auf dem es derzeit keinen Hund mehr gab. Ideal. Trotzdem ziehen schwere dunkle Wolken um die Seele, wenn man seinen Hund dann dortlässt. Nun ja…
In zehn Tagen besuchen wir sie nochmal kurz (ohne Bella freilich) und schauen, ob es ihr gutgeht und wie sie sich eingelebt hat. Danach ist es dann besser, ihre Umgewöhnung nicht weiter zu stören. Möge sie dort noch viele Jahre ein wunderschönes Hundeleben haben!

Erste Schritte

Unsere Tatiana hat nach abgeschlossener Ausbildung einen kleinen Imbiss in Quillacollo aufgemacht. Nicht für ewig, sondern um jetzt ganz praktische Erfahrungen zu sammeln. Vorgesehen ist sie ja als Chefin für unser Lehrrestaurant hier, und möchte das auch…

Strasse frei und sofort läuft der Antransport wieder

Seit knapp zwei Wochen ist unsere Strasse vorn uneingeschränkt zum Verkehr freigegeben. Da musste das gute Auto natürlich überhaupt erstmal zum Techniker, Ölwechsel usw. Und dann musste es fahren und ranschaffen, hier aus dem Ort, aus Mairana, aus den Grossstädten….

Haus 2 ist jetzt bis auf das letzte Detail fertig. Alles getrocknet, alles verputzt, alle Schränke, Kommoden, Regale, Tische und Sitzgelegenheiten an ihrem Platz. War ja auch lange genug gebremst… dem Neustart steht nichts mehr im Wege. Zur Zeit macht noch alles Behördengänge und besorgt, was liegenblieb

Der kleinste Einbauschrank hat alles aus den letzten Carepaketen aufgenommen. So können die Mädchen leichter auswählen, besser als im Karton wühlen…

… die übrigens bestens Bettwäsche stattdessen aufnehmen. Die guten Rohde & Schwarz – Kartons (sozusagen schussfest) haben sogar eine Kategorie. Wenn so ein stabiles Stück gewünscht wird, bestellen die Mädchen „un Birgit“. Danke, Birgit und Christian …

Mitbringsel aus Santa Cruz de La Sierra

„Blöd, wenn der Capitano schon früh morgens mit dem Auto wegfährt und wir den ganzen Tag in der Auffahrt auf ihn warten. Was macht denn der da mit seiner Karre. Na gut, wenn er dann wenigstens einen halben Stier mitbringt…“

Auch das muss leider einmal sein ….

Unsere Tuda ist sterilisiert. Es gibt, wie in allen Südländern, so viel Strassenhunde. Gut ist, sie zu adoptieren, auch wenn sie schon älter sind. Damit sie wenigstens bis zum letzten Atemzug noch Glück in einer Familie empfinden. Wichtig ist aber auch, die Hunde zu sterilisieren. Damit es nicht noch mehr werden. Hier bei uns gibt es eine Bürgerorganisation „Samaipatitas“ ( aus „Samaipata“ und „Patitas“ = Pfötchen). Wird Sie kaum wundern, dass Tochter Elvira und ich da auch dabei sind. Dort wird Geld gesammelt, um herrenlose Hunde zu sterilisieren und danach ein bisschen zu pflegen. Es werden hier Unterstände gebaut, wo die Hunde Wasser und Futter finden und bei schlechtem Wetter oder in der Nacht unterziehen können. Wir planen auch einen, unter unserem Terrassenanbau

Zur Nachsorge. Noch ein bisschen wackelig, aber ohne Angst. Ein Hund spürt (auch weil er begleitet wird), dass das alles wohl was Gutes hat

Von wegen …

… am 30. Mai 2022 alles fertig. Dick Einweihung haben die Politics hier zwar selbstbeweihräuchernd gefeiert. Bis heute ist aber noch nicht ein Auto durchgefahren. Na gut, so isses, wir nehmen es mit Humor und freuen uns, dass die Fahrräder wieder einen hohen Status habenUnd es wird wohl auch noch dauern. Hier wird noch ein Kanalabfluss gegossen, man sieht überall die Barrikaden, und Mittellinien fehlen auch noch (gelb vorgezeichnet)

Aber so sieht es jetzt schon vor unserem Haus aus. Ist doch auch mal was. Es ist ordentlich gearbeitet worden, muss man auch mal sagen. Drüben die Häuser, wo früher Luzmabel und Maythe wohnten

Prophylaktisch bei uns inklusive

In ärmeren Ländern ohne diese Vollkasko-Krankenversicherungslandschaft wie in Deutschland wird der vorbeugende Gang zum Arzt ja gerne mal ausgelassen. Bei uns in der Casa De La Bienvenida nicht. Wir haben Sonderabkommen mit unserer kleinen Klinik und einer Zahnärztin. Einmal im Jahr ist Gynäkologe, Augenarzt, Zahnarzt. (Bei mir ist es stattdessen der Internist. Als ich bei der Gynäkologin reinkam und die sagte, na, das ist aber mindestens 5. Monat, habe ich das gelassen. Frechheit). Hier ist gerade Rocio auf dem Folterstuhl

Und deswegen hatte Rocio ständig Zahnweh. So ein Scharlatan aus Cochabamba hatte da wild rumgebohrt und sogar den Nerv beschädigt. Und da hier keiner mal einen Fehler zugeben kann, dann da mit Medizin und Naturheilkunde versucht, was zu begrenzen. Gab nur eins: raus damit, war eh der hinterste, und Rocio hat ein kleines Gesicht, da braucht man den eh nicht, der drückt nur. Sie hat mir erst heute wieder geschrieben, wie dankbar sie dafür ist. Ist ja wieder im Ausbildungsinstitut und muss sich konzentrieren können. Machen Sie das mal, wenn es ständig in der Wange puckert