Etwas stilvoller als das Gelärme auf den Straßen: für den Hohen Ehrentag Cochabambas (14. September) bilden kleine Töchter von Freunden auf einer privaten Feier einen typischen Marktstand nach. Später haben sie alles auf einer Gala an den Tischen verteilt, es wurde fast alles aufgegessen, der Rest mit nach Hause genommen. In einem Land, wo immer noch Menschen auf der Straße oder auf dem Lande verhungern, gilt Speise als bloßer Schmuck als Frevel
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Geburtstag von Noemi
2. September 2016. Noemi wurde 19. Nach ihrer Schneiderschule sind wir hoch nach Candelaria gefahren, damit sie (mit uns und) mit ihrer Familie feiern konnte
Mit den beiden kleinsten Nichten
Am nächsten Morgen wieder Aufwärmfrühstück mit der Kindergruppe
Und wieder tolle Sachen aus dem deutschen Paket verteilt – danke, Birgit und Julia Kröhle
Mittags ist mir dann ein großer Teller vom mitgebrachten Nudelsalat aus der Hand geglitten. Auf einem Bauernhof aber kein Problem. Aufsammeln, raustragen – und diese beiden Kumpels feiern freudig mit
Kindergesichter Boliviens 8
Kindergesichter Boliviens 7
Nationalfeiertag 6. August 2016
Unsere Carolina macht nicht nur im Volleyballdress eine gute Figur. Hier warten alle Schüler am Morgen des 5. August auf ihren Musikeinsatz im „Desfile“. Es sind so viele, dass rund um den 6. August, dem Befreiungstag von spanischer Kolonioalherrschaft, tagelang marschiert und musiziert wird. Es ist schon das siebte Mal in Folge, dass ich am 6. August in Bolivien bin
Nein, nein. Stefi (Estéfani) muss nicht drei Flaggen schleppen. Sie hält nur einige Fahnen fest, weil die anderen Damen noch mal Strümpfe hochziehen oder Handschuhe auf rechts ziehen müssen. Stefi trägt übrigens meine Glacé-Handschuhe. Bißchen groß, aber wer sieht das schon von Weitem…
Es darf auch kurz vor Abmarsch noch gelacht werden. Ist ja kein Fallschirmjägerbataillon hier
Noemi war richtig erstaunt. Seitdem sie denken kann, ist sie immer mitmarschiert. Jetzt, in privater Berufsausbildung (siehe auch unseren Beitrag „Ausbildungspatenschaft .. gesucht“) ist sie nicht mehr in der Schule und noch nicht in einem Betrieb oder einer Innung. Also einfach – Zuschauerin. Auch mal nett!
Dann sind wir schnell – mit Noemi – nach Candelaria „hochgeritten“. Da gab es am Abend eine Vorführung aller Schüler der örtlichen Schule, dieses Jahr traditionelle Tänze aus ganz Bolivien. Unsere Alicia und Rocio – die kleinste Schwester von Noemi und das Mädchen mit der Schuh-Liste (hier im BLOG) – tanzten in rot-schwarzen wunderschönen Kleidern aus Tarija, der Weinregion Boliviens (sehr wichtig!). Tarija grenzt im Süden direkt an Argentinien – man sieht den Tango in den Kleidern schon fast, oder?
Inka-Krieger – wer kann das authentischer darstellen als Peruaner oder Bolivianer?
Yasmin geht es viel besser! Diese Wachstumsmilch von Nestlé hat viel Gutes getan. Bringe nächstes Mal wieder einen Beutel hoch. Von Operation ist derzeit keine Rede mehr. Uff…
Wir sind so eingepackt, weil es um 8 Uhr abends schon nahe Null Grad war. In der Nacht ging es runter auf -12 Grad.
Also zum Frühstück heißer Tee (gleich im großen Topf vorne) und Nussfit-Brote. Staubiges Müsligepiesel und Gesundheitswahn? Gewöhnt man sich im Andenwinter auf 3.300 Metern aber ganz schnell ab, da muss morgens Zucker und Wärme in die Blutbahn, sonst wird das nichts
Sobald die Sonne etwas höher steht, geht es auch in Candelaria los. Es ist exakt der 6. August. Die Kleinsten fangen an. Hellblau ist immer ein Hinweis auf den Bundesstaat Cochabamba. Nur bei der Dame oben rechts vermutlich nicht
Bemerkenswert: hier marschiert die „Zivile Gesellschaft Candelaria“, die sich für Entwicklung und Gleichberechtigung einsetzt. Fällt Ihnen auf, welches Geschlecht 99% der Mitglieder haben? Es bewegt sich etwas. Unglaublich wichtig in Bolivien
Hier gleich drei von „unseren“ Mädels! Rechts in der Führung Nayeli, die Klassenbeste („mejor alumna“). Klasse gemacht, Lüttje! Links nächst zu dem schwarzen Mann (komplett zu sehen) Sandra, die nicht viel nachsteht. Zwei schräg rechts weiter oben Naiza, und hinten ist auch Rocío, die wir ja schon als Tango-Schönheit hier bewundern konnten.
Achtung: wer überlesen hat, in welchem Land das alles stattfindet, kann auf obigem Bild auch nach Nationalsymbolen suchen. Wir entschuldigen uns, wenn Sie Ihre Lupe bemühen müssen, es sind aber auch so wenige…
Alicia, Nayeli, Sandra. Gestrenge dreinschauen ist ein MUSS im nationalen Dress
Mittags stieß auch Rosemary zu uns, die unten in Colomi ausgeholfen hatte, Candelaria zu repräsentieren. Ja, das ist die kleine, verhungerte Rosy, die Sie vor Jahren hier im BLOG in der rosafarbenen Plüschjacke aus Deutschland gesehen haben. Donnerstag wird sie nun auch schon 14.
Und am Nachmittag waren wieder alle raus aus den nationalen Klamotten und wollten – SPIELEN. Hier Völkerball (heisst hier „pelota quemada“, also Brennball) Sind eben doch noch Kinder – Gott sei es gepfiffen und getrommelt. Sie werden so schnell groß, jeder Tag als Kind ist ein Geschenk.
Von links außerhalb des Bildes greifen Gustavo und Alex neben mir an. Zu sehen von links: Sandra, Yesica, Rocío (hingeplumpst), Elvira (nahe Tor, meine Tochter, oben auch lachend mit den eleganten Unterarmhandschuhen zu sehen), Ana (in rosa), Rosemary und Nayeli, die Bella ins Ballfangen einweist
Ausbildungspatenschaft für Noemi gesucht
GEFUNDEN! Danke, Frau Elke Gille!
Eine schöne Premiere: mit Noemi fängt heute am 01. August 2016 das erste Candelaria – „Kind“ (bald 19 Jahre alt) seine Ausbildung in der Casa an (Familie Völpel, das Mädchen mit Eurem Bett!). Sie hat noch sieben Geschwister – da ist es für die Eltern sehr schwer bis unmöglich, alle Berufsausbildungen zu finanzieren. Sie kennen die Bilder aus Candelaria hier aus dem BLOG. Dort ist eh nicht viel Geld. Noemi ist übrigens eine große Schwester von unserer Rocio mit der Liste…
Noemi möchte Bekleidungsschneiderin werden. Macht großen Sinn. Es gibt noch keine Schneiderei oben in Candelaria. Aber Riesen-Bedarf, wer kann sich schon die Fertig-Konfektion unten in der Großstadt leisten. Mancher sich nicht nicht einmal die Fahrt dorthin…
Wir haben eines der besten Lehrinstitute in Cochabamba ausgesucht. Nicht nur die Austattung und die Sauberkeit überzeugen, sondern auch das Lehrkonzept. Jede Schülerin hat täglich zwei Stunden Einzelunterricht. Sie lernt in ihrem Rhythmus. Da Noemi auch auf unserer SINGER-Nähmaschine (danke! War eine der Sachspenden 2013!) in der CASA weitermachen kann, eine hocheffiziente Sache. Das Ganze dauert zwei Jahre, dann macht Noemi eine staatlich anerkannte Schneiderinnenprüfung. Dem Vernehmen nach stehen die Textilfabrikanten bei der Abschlussfeier schon Schlange. Das kostet natürlich auch. Der Monatsbeitrag beträgt 450 BOB, das sind derzeit etwa 50 EUR. 40 EUR braucht Noemi noch für Stoffe und Handwerkszeug sowie für Bus und Essen und Trinken außer Haus (ansonsten ißt sie ja bei uns mit und schläft auch in der Woche bei uns, das kriegen wir schon gewuppt. Für 90 EUR im Monat könnten Sie also Zukunft finanzieren – selbstverständlich als Spende steuerlich absetzbar. Und mit Noemi per Facebook zB auch in Kontakt bleiben, das kann nur förderlich sein. Wäre das nicht etwas für Sie? Bei Interesse bitte mathias.frenzel@email.de anschreiben, schon um Überzahlung zu vermeiden. Wer nicht zum Zuge kommt – der wird sicher bald ein anderes Kind fördern können…
Am Abend bei unserem Chinesen gleichzeitig Elviras „kleinen“ Geburtstag und Noemis Einstand gefeiert. Liebe Spender/innen: selbstverständlich vollständig aus meiner Tasche bezahlt.
Busfahren
Kindergesichter Boliviens 6
Ferienfahrt über Land
Auf dem Weg nach Samaipata, einem der schönsten Orte Boliviens, fährt man 100 Meilen über Sandpiste und durchquert verschiedene Klimazonen, von der Wüste bis zum Nebelwald. Wenn man dann alle seine Zwei- und Vierbeiner im Auto hat, ist auch das zweite Reserverad auf dem Dach mehr als ratsam. Und so sieht das Auto nach der Fahrt aus, wenn man wieder in der Zivilisation angekommen ist (also auf der Aspaltstrasse zur Stadt links im Bild)
Elvira hat während der Fahrt einfach mal nach hinten rausfotografiert. Hinter einem anderen Auto herfahren? Schönen Dank.
Dort oben mussten wir auch durch. Besondere Wolkenformationen formen einen dichtbegrünten Nebelwald auf etwa 3.000 Metern Höhe, den man aber im weißen Nebel kaum sieht. Plötzlich ist alles nass, was vorher staubig war. Die rote feine Erde klebt am Auto wie Beton.
Und was geht mich das an? Im Auto drin isses doch kuschelig
In Samaipata gibt es ein Refugium für verletzte Wildtiere. Sie fühlen sich dort so wohl, dass sie dann nach der Genesung bleiben. So wie diese beiden Brüllaffen (nicht die in den Stühlen Sitzenden!), die frei herumlaufen. Die helle Cheeta rechts kenne ich seit Jahren. Sie geht einfach nicht weg, obwohl sie könnte.
Dieser kleine Kerl kam als Waise. Nun sitzt er gern im Fenster und futtert seine Erbsen
Zwei recht unterschiedliche Kumpels teilen jeden Tag das Essen
Und auch das ist Samaipata: das Schwimmbad mit Eisdiele und Restaurant „Vaca Loca“, in das auch die Hunde mit reindürfen, zumindestens auf den Rasen. Deswegen sind wir da so gerne






