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Besuch aus Deutschland
Fast genau ein Jahr nach meiner Auswanderung der erste deutsche Besuch: Caroline ist da! Viel Zeit, ihr Jetlag auszukurieren hatte sie nicht. Gleich am zweiten Tag fuhren wir morgens zur Candelaria auf über 3.000 Metern. Und sie fand auch sofort den Zugang zu den Kindern…
… mit der Kleinsten am kalten Bergbach…
Bauprojekt Candelaria: Spielhaus
Es geht los. Wir bauen das Spiel- und Lernhaus oben in Colomi und können damit die Wirkungsmöglichkeiten deutlich verbessern. Gerade in der langen feucht-kalten Zeit dort oben, die von November bis April dauern kann…
Den Planungstisch haben wir schon mal. Im Hintergrund bei den aufragenden Holzlatten der Baugrund.
Ob der Gringo auch wieder nur dummes Zeug erzählt und hinterher kommt nichts bei rum?
Dienstreise nach La Paz
Sucre ist die verfassungsmäßige Hauptstadt von Bolivien. Als staatstragende Organisation befindet sich dort aber nur noch das Oberste Gericht. Regierungssitz und heimliche Hauptstadt ist La Paz. Das Erstaunliche: innerhalb des Großstadtgebietes von La Paz und El Alto (nur künstlich getrennt, nun zwei Verwaltungskreise, zwei Millionen „städte“) überwindet man über 1.000 Höhenmeter. Was für eine Taxifahrt zum höchstgelegenen Verkehrsflughafen der Welt (über 4.000 Meter) …
Anflug auf den Flughafen El Alto bei Sonnenuntergang. Im Hintergrund glänzt der magische Titicacasee
Taxifahrt bei Nacht. Unten im Tal (auf über 3.000 Metern) La Paz
Blick am Morgen aus „meinem“ Fenster bei Familie Lübben (ich danke Euch! Was für ein schöner Aufenthalt…). Die Gebirgsmassive fangen sozusagen gleich hinterm Komposthaufen an…
Übrigens, Familie Lübben. Hier die Tochter des Hauses Samira. Wie alle jungen Damen mümmelt sie sonntags morgens friedlich ihr Fruchtmüsli. Es steckt allerdings viel mehr hinter der 17-jährigen mehrsprachigen jungen Musikerin. Sie schreibt bereits ihre Songs selber und produziert sie auch. Künstlerregion Berlin/Potsdam: warm anziehen! 😉 Kostprobe gefällig? https://www.youtube.com/watch?v=_c8eQ6IVNkk
Reste der historischen Altstadt von La Paz. Leider sind kaum noch solche Straßenzüge erhalten
Hauptplatz mit Kathedrale und Regierungssitz
Typisch bolivianische Kuriosität: Rechts ein Teil des prunkvollen Parlaments, daneben direkt eine „Bruchbude“
Höchster Punkt der Unterstadt: Mirador Killi Killi. Hier eine Auswahl der atemberaubenden Ausblicke
Ein Zauber: über der Stadt mit 6.439 Metern der ewig schneebedeckte Illimani
Im Hochlagunengebiet
Wir schreiben das Jahr 2014. Raumschiff Tacomita stößt in Sphären vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat…
Das Hochlandseengebiet oben in Colomi ist so groß wie die Seenplatte rund um die Müritz. Allerdings paddelt man auch bei schönstem Wetter relativ alleine da oben. Die Umgebung malerisch, die Natur unberührt. Und was man im Auto nicht dabei hat, das ist auch nicht beschaffbar…
Mit allem, was man braucht, einschließlich Hund aufbruchfertig.
Und ab auf den See. Ab sofort auch mein Lieblings-Kajakgebiet hier in Bolivien.
Oben: Den Weg durch die Hochlandsümpfe finden. Man sinkt schon mal gern knietief ein.
Darunter: Rocio trägt treu ihre kleine Nichte Yasmin, sobald sie nicht mehr kann. Danach habe ich die kleine Maus übernommen. Ist ja nicht mitanzusehen.
Zwischenimbiss aus der Tüte mit Trocknen der Schuhe, Strümpfe und Füsse…
… und am Nachmittag ein Picknick mit Fisch, Hühnchen und diversen Kartoffelvarianten (die wurden ja hier „erfunden“).
Und trotz allem: am Spätnachmittag ging es nochmal auf die Rollerblades. Die Kinder sind unermüdlich, wenn sich mal jemand nur um sie kümmert. Herrlich
Magie Boliviens erlebt mit den Kindern der Candelaria
Heute Sonntag früh morgens oben in CANDELARIA war noch kein Erwachsener da – aber bereits alle Kinder (sagt Ihnen das was?). Also gingen wir mit ihnen und unseren Hunden zum nahen Wasserfall hinunter. Dort erreichte uns der Anruf, dass wir einen besonderen Gottesdienst in einer 4.600 Meter hoch gelegenen Nebenkapelle feiern würden – nach gut einer Stunde Fahrt durch die menschenleeren Anden. Ob ich wohl alle Kinder mit meinem Tacoma hochbringen könne. Na, dreimal dürfen Sie raten. Bei schönstem Wetter war das ein atemberaubendes Erlebnis, auch für die Kinder. Wir sahen Kondore kreisen (riesengroß und weißes Mittelgefieder – unverwechselbar) und hinter einer Kurve saß ein Adler auf einem Steine. Nur widerwillig – was hätten wir da in der Wildnis schon zu suchen – hob er ab und gab den Weg frei.
Uns wurde schlagartig klar, dass die Kinder trotz Armut in dieser Natur glücklich aufwachsen. Sie genießen, was Stadtkindern in aller Welt entgeht. Ein großer Trost.
Denke, den Rest erzählen die Bilder…
Pinkelpause und sofort ist alles unterwegs zur kleinen blauen Lagune (rechts)
Nachtrag: bisher größtes Konzert SACABA Juni 2013
Am 28.06.2013 hatte unsere Band „Mi Llajta“ mit dem großen Chor das bisher größte Konzert, auf professioneller Bühne mit über 3.000 Zuschauern im Fussballstadion Sacaba. Anlass war der 250. Geburtstag der Stadt.
„… sin tiiii….“ Von links: Sonia, Daniela, Freddy, Paola, Marianela, Abril, Deisy.
„We are the world … somos amor, somos el mundo…“ Das Bild zeigt höchstens die Hälfte vom großen Chor. Die Kamera hatte bei dem Lichtgeflimmer Mühe, einigermaßen Bilder zu machen.. hier noch die besten..
Muss auch sein:
„Nach jedem Gig zum Hühnerhugo – verfraßen wir unser Gelder..“
Marius Müller-Westernhagen
Wir machen es auch so – haben die Kinder nun wahrlich verdient.
Fotos mit Genehmigung / courtesy of / con permiso de SEDEGES, gracias
Konzert „Mi Llajta“ 19. April 2014
Mit über 200 Zuschauern war die Bibliothek gut gefüllt. Auch die Jungs von San Ignacio waren (wieder mal dank Tacomita) dabei. Fast zwei Stunden Live-Musik verschiedenster Coleur. Hat sich wirklich was getan, in den letzten vier Jahren Musikschule. Wir haben jetzt zwei 1000-Watt-Aktivboxen, ein 20-Kanal-Mischpult, zahlreiche Tonabnehmer, 3 Mikrofone und -galgen und zahlreiche Instrumente – und das alles rostet nicht!
Übrigens: unser Sänger und Gitarrist Alvaro ist noch in derselben Nacht nach Santa Cruz zum Casting einer Fernsehtalentshow gefahren. Geht doch.
Die Kleinen heizen mit nationalen Songs ein
Die Großen legen nach – ein reiner Klang, insbesondere Anai und Abril haben die letzten vier Jahre nicht ungenutzt verstreichen lassen
Anai rockt die Meute, hinter ihr nach rechts: Abril, Marianela, Katerin, Luz Vania, Elisabeth „die Große“, Paola (Schlagzeug), Sonia (demnächst Adoptivtochter), Musiklehrer Freddy. Fotos übrigens gemacht von anderer Demnächst-Adoptivtochter Elvira und Veronica Mendez, danke, Ihr Zwei!
Publikum singt mit – hier „Voy a reir“ von Marc Anthony, das ist aber auch so ein Gute-Laune-Freifühl-Kracher..
… und die Lehrer und Volontäre legen internationale Heizkohlen nach… mit Hilfe unserer großen Backgrounds Marianela, Elisabeth (der Großen) und Luz Vania. Elisabeth die Kleine (weiter unten bei den „Nachtproben“ direkt hinter mir) ist ja die beste Freundin von Elvira – diese Elisabeth singt im Kleinen Chor mit…
Fotos mit Genehmigung / courtesy of / con permiso de SEDEGES, gracias
Generalprobe Band „Mi Llajta“
Tierklinik-Alarm
Hier ist es nie langweilig, nicht eine Minute. Neben Konzertvorbereitungen, Vertragsverhandlungen, Casa-Alltag und Projektbesuchen wird auch immer mal wieder ein Kind krank. Oder unser Hund. Beto hat mit seinem Mageninhalt mehrere Tage unseren Fliesenboden verziert. Jetzt wird er am Tropf wieder hochgepäppelt. Armes Kerlchen, sonst hyperaktiv, hängt er jetzt ziemlich in der Gegend herum… Sonntag fährt er mit mir wieder hoch nach Colomi, da freut er sich auf unsere Kinder…


















