Ernte und Geschenke aus Deutschland

Herrliche Kartoffeln. Keinerlei Chemie nötig, die jährliche Überschwemmung durch die Lagune bringt genügend (vulkanische) Nährstoffe

Danke, Clarissa Evers und Nachbarin Miriam! Wir haben dies vorgezogen, da Lesli (rechts) am 15.05.2017 ihren 4. Geburtstag hatte. Und da kann man Yasmin (links) nicht außen vorlassen, da gibt es Tränen. Die anderen warmen Sachen gibt es demnächst oben, ab Juni fangen ja die eiskalten Nächte wieder an! Dann wird alles oben gebraucht. Fotos dann wie immer hier! DAAAAANKE

DAAAANKE Elke Gille, sagt Noemi, auch und gerade für die Nähsachen, die sie täglich braucht

Hochwasser Laguna Corani. Jetzt hat sogar Candelaria einen Strand. Die Lagune ist allerdings schon wieder kräftig auf dem Rückmarsch

Sogar der Starkstrommast, den Sie schon kennen, steht in diesen Zeiten auf einer Insel. Die Kinder wollten trotzdem da klettern. Wie?

Gesagt, getan. Die Familien Ortis und Rodriguez haben ein Boot dort zu liegen, um Forellen zu fischen.
Das „Bayern-München-Lewandowski-9“ – Shirt muss ich meiner Größten noch ein wenig verzeihen lernen. Sie ist unbelehrbarer Top-Bayern-Fan

Nancy, Mutter von Yasmin und Lesli, mit Nelsi, der Kleinsten und ihren Tieren. Mal ganz froh, wenn die beiden Größeren den ganzen Tag mit uns sind

Ernte sortieren. Wir helfen gerne mit und bekommen ein lecker Säckchen mit nach Cochabamba

Täglich „Brot“ mit selbstgezogenen Erdfrüchten und selbstgemachtem Käse. Einfach, aber schmeckt und stärkt. Chemiefrei!

Und immer ist auch Zeit zum Spielen. Sind Kinder, keine Ernte – Leiharbeiter

NICHT den Knopf drücken! NICHT!!!

Gut, nicht das allerneueste Bild, aber gerade wieder aktuell.
Auf (berechtigte!) Nachfragen: die Adoptivfamilie wird NICHT von Spenden finanziert. Nicht ein Pfennig / Cent / sonstwas. Das MUSS Ehrensache sein und bleiben. Was natürlich nicht immer zu trennen ist: meine Adoptivtöchter waren früher Heimkinder und waren damit durchaus im regulären Spendenkreis. Und sie machen heute in den Projekten mit, wieso denn auch nicht, fahren mit nach Candelaria (nicht immer, aber eben dann, wenn sie wollen), machen Musik, spielen mit den anderen Volleyball usw. usw. Das ist gut so. Wir erziehen hier gewiß keine Unmenschen, die vergessen, wo sie hergekommen sind. Verspreche aber trotzdem: zahle lieber aus meiner eigenen Tasche, wenn es unmöglich ist, Ausgaben zu trennen. Fühlt sich eh besser an, und wir verhungern ja nicht gleich. Luxus braucht in diesem Land ja ohnehin keine/r. Was wohltuend sein kann.

Jetzt zum Foto: Veronica, Tochter Nummer 3, damals noch im Heim (etwa 12 Jahre alt, heute nun auch schon 14) hat eine Sekunde vor der Aufnahme gefragt: „Lustig, der rot leuchtende Knopf. Darf ich den drücken?“

Antwort war etwa:

„Mäuseken, NEIN!!! Nicht drücken!! Erkläre Dir später den Unterschied zwischen Übungsbetrieb und Konzertbetrieb, versprochen, aber jetzt nimm den Finger da weg!!!“

Schön. Vero wäre ja nicht meine Tochter, wenn sie jedem Anwurf einfach so gehorchen würde.

Sie dachte vier Sekunden nach.

Dann drückte sie den Knopf.

Es dauerte nur wenige Stunden, überall Entschuldigung und Abbitte zu leisten. Das explodierte Einfachglas-Fenster würden wir schnell ersetzen (haben wir gemacht). Und Anai, rechts im Bild an der Gitarre, versicherte, dass das Klingeln im Ohr schon stark nachlasse.

Wenn Du Töchter hast, die Du wie ein Idiot abgöttisch liebst, braucht Du eigentlich keine anderen Abenteuer mehr. Als wortkarger Forscher allein die Salzwüste durchstreifen? Dafür bist Du vor der Tagesschau schon zu müde. Heldentum war gestern. Um 22:30 Uhr stupst Dich Dein Hund besorgt an, ob da noch Leben drin sei. Gemerkt hast Du das nicht – das erzählen Dir Deine giggelnden Bestien genüßlich am nächsten Tage…

Die kann man nur liebhaben, diese wunderbaren kleinen Nervensägen. Ein Leben ohne sie? Was soll das denn, bitteschön, für ein Leben sein?

Vielleicht wird die vierte, die kleine Brenda, ja mal etwas ruhiger.

Wer´s glaubt……

 

 

Ostern 2017

Einer unserer diesjährigen Eierkörbe. Schon langsam auch hier eine Tradition

Zwei der Eierkünstlerinnnen

Früchte in Bolivien – eine Wonne

Dies ist ein Fruchtkorb, der bei uns so etwa 5 Tage reicht. Neben bekannten Früchten (links), die auch in Deutschland erhältlich sind, gibt es solche, die ich in der alten Heimat noch nie gesehen und gekostet hatte. Herr-lich. Und das Beste: das alles hat in Summe weniger als 3 EUR gekostet (auf dem Markt am Stadtrand. Bloß nicht im Supermarkt kaufen bei der Inflation). Und ein paar sind schon gegessen, es waren noch mehr..

Quinceañera – Fünfzehnjährige

Heute berichten wir einmal von einem Mikroprojekt. Sonst findet so etwas hier kaum Eingang. Chandal ist eine Schulfreundin von Elvira. Ein sehr nettes Mädchen aus einer intakten Familie. Sehr kinderreich, und deswegen kann es sich die Familie nicht leisten, den Kindern mehr als die Grundbedürfnisse zu bieten. Auch da springen wir zuweilen ein. Der fünfzehnte Geburtstag ist für ein bolivianisches Mädchen sehr wichtig. Früher waren sie zu dem Zeitpunkt erwachsen und durften sogar heiraten (was für ein Horror). Noch heute machen wohlhabende Familien ein großes Fest daraus. Für Chandal wäre nicht viel passiert. Deswegen haben wir eine Torte machen lassen, die umgerechnet 9 EUR kostete. Und abends war Kino-Tag („2 für 1“), für etwa 3,80 EUR konnte Elvira Chandal in den Film „KONG“ einladen, den sie sich gewünscht hatte. Also hat Chandal für nicht mal 15 EUR Augenstrahlen gehabt und einen Tag verlebt, den sie nie vergessen wird. Und sie ein bißchen anderen Mädchen gleichgesetzt hat. Urteilen Sie bitte selbst, ob das vernünftige Spendengeldverwendung ist oder nicht

„Morder la torta“. An einem solchen Ehrentag geht es schon mal tiefer hinein. Keine Sorge, die Torte wurde trotzdem restlos vertilgt. Zimperlich sind sie ja nicht

Bester Laune, und für´s Kino war das Gesicht dann wieder frei

Sie heisst Chandal Krishna. Also ein bolivianisches Mädchen mit französisch-indischem Namen in einem deutschen Haus, bekleidet mit einem Norweger-Pullover (ist meiner, habe ich ihr wegen erstaunlicher und unerwarteter Kühle an dem Tag geliehen), zum gemeinsamen Englisch-Lernen. Das nenn ich Globalisierung.

Armut

Danke, Frau Delphina Steinmetz.
Dies sind die Realitäten, aus denen die Kinder zu uns kommen.

Fährt noch. TÜV? Haben wir gelacht

Kochkurs – mal wieder, und warum nicht

Die Mädchen haben natürlich auch ein soziales Leben. Gehört zur Entwicklung dazu, hatten wir ja auch. Aber das kann uns auch konkret weiterhelfen. Wir laden Freunde oder Freundinnen zu einem Kochkurs ein. Darf Spaß machen und lecker sein. Schadet aber nichts, wenn dabei spielerisch gesunde Zubereitung (so gesund wie möglich in diesem Ambiente) erlernt wird. Hier die Jungs, die den thüringischen Grill zu handhaben lernen. Folie gegen direktes Feuer am Fleisch

VeggieDay kann man in Bolivien (in fast ganz Südamerika) fast genauso vergessen wie in der Kantine des Bundesumweltministeriums. Die allermeisten Menschen lassen sich zumindestens hier nicht einreden,  sie seien an sich Kaninchen. Hier hungern noch Menschen, da gibt es keine Wohlstandszeigefingerei von Menschen, die sonst keine Probleme mehr haben. Essen, wenn man es hat, ist fast heilig, egal, wo es herkommt. Schließlich gibt es in der Wüste genausowenig Vegetarier wie im Schützengraben Atheisten.
Artgerechte Haltung von Tieren in der Nahrungsmittelproduktion ist freilich ein anderes und sehr wichtiges Thema. Wenn Südoldenburg das mal geschafft hat, können wir 50-70 Jahre später vielleicht auch in Entwicklungsländern einmal darüber reden oder sie, wie gehabt, darüber hochnäsig belehren

Das Küchenteam. Grüner Salat mit Tomate und Zwiebel in Olivenöl, der berühmte bolivianische „Reis mit Käse“

Unsicherheiten abbauen. „Jetzt schon die Milch und den geraspelten Käse rein oder noch warten?“

Kochkurs kann nicht heißen, alles fertig zu kaufen. Am Tage zuvor haben wir das Fleisch eingelegt. Alle haben verstanden, wie es geht und warum es den großen Unterschied macht

Und es gehört auch dazu, den Tisch anständig zu decken und dann zu genießen. Mit dem Querläufer auch ein bolivianisches Element bei Tisch