Autorenarchiv: jefe
Reales Leben in Bolivien
Im Schnee
Anderthalb Stunden Autofahrt von unserer Tür aus, und das vor allem nach oben. Trotz Winter liegt die Schneefallgrenze wegen der hochstehenden Sonne bei über 4.000 m. Hier sind wir auf 4.600 m – und können rodeln und rutschen wie am Braunschweiger Nussberg im Januar…
Für die meisten Kinder war es das erste Mal, dass sie Schnee anfassen konnten.
Alle basteln sich einen Schneemann oder eine Schneepyramide aufs Auto, um damit unten in der Stadt ein bißchen anzugeben. Wir auch. Haben den Reservereifen auf dem Dach gefüllt und einen „Stoppelhaarschnitt“ reingetan
Die Gipfel da oben haben mehr als 5.000 m, die Wolken mühen sich hinüber. Fast wären wir ganz oben gewesen. Aber die Luft ist so dünn, es ist so anstrengend – 200 Meter vorm Gipfel hatte keiner mehr Kraft / Lust, auch unsere Bella nicht….
Das da unten (auf 2.600 m) ist Cochabamba.
… und hier ganz in der Nacht, wir sind schon deutlich tiefer.
Tiere, die uns begleiten 2
Andenkondor – größter flugfähiger Vogel der Welt. Zumindestens der schwerste Flieger. Albatrosse können mehr Spannweite haben, sind aber wesentlich leichter gebaut. Dieser Kondor hat etwa 3,20 m Spannweite – und keinerlei Furcht vor den Menschen, warum auch.
Gibt es da noch Fragen zur Majestät der Lüfte?
Tukan. Sind frech wie Papageien.
Tarantel – größte Vogelspinne der Welt
Aguti, ein Wasserschweinchen, Nagetier. An sich sehr nett, kann aber locker den Finger abbeißen…
Kleinste Hirschart der Welt. Größe: Cockerspaniel
Kolibri. Kleinster Vogel der Welt. Hier beim Hundespaziergang..
… und ich hab ihn gesehen! Bella, sechs Monate
Kapuzineräffchen. Wer nicht nach oben schaut, ist schon mal seine Basecap los…
Wanderfalke
Hornero, „Pizzaofenbauer“. Man sieht, warum er so heißt.
Riesen-Ara. Weder zu übersehen noch zu überhören.
Ochsenfrosch
Nandu, der südamerikanische Strauß
Bolivianisches Phosphoraugen-Zwergwildschwein (jaja. Dr. Wittenberg hätte gesagt: Halsband-Pekari).
Sehr seltene Art. Höchstens fünf bis sechs sind nachts im Kartoffelbeet anzutreffen. Danach leider kein Kartoffelbeet mehr.
Bademeister-Lori. „Gönn Se nich läsn? Gost 5 Pesos, Mann!“
Condor. Biggest (heaviest) flying bird of the world.
Any questions to the king of the sky?
Tukan. Nasty like Loris
Tarantula
Smallest deer of the world – not more than a Beagle

Colibri. Smallest bird of the world
.. and I saw him! Bella, six month
Hornero, Pizza-Stover: one can see, why they call him that way…
Lori. Impossible not to see or hear it…
Doorgunner – Lori

„No se puede leer? Hay que pagar 5 pesos, hombre!“
Julimond
Candelaria-Tag 2
Da wir gerne früh starten, weil wir sonst zu viel Zeit auf der Straße verlieren, habe ich die Nacht oben in Candelaria verbracht. Neblig und Null Grad. Da brauchte es erstmal ein Frühstück mit heißem Tee.
Unten in Cochabamba waren dann milde 20 Grad, am Nachmittag sogar 28 Grad. Kann ganz schön auf den Kreislauf gehen, so ein Unterschied. Den Kindern verdirbt das den Spaß natürlich nicht. Noch nie war eines der Kinder in einer Seilbahn oder in etwas anderem, das schwebt oder fliegt…
Das wäre die Alternative gewesen. 2.000 Stufen. Ein andermal.

Danach grillen und genießen in der CASA…
… dann Spiel und Sport. Es ist schön, die Kinder auch mal hier unten zu haben.
Ein Omen im Lebenszyklus
Ein schwarzes Stück Stoff oder eine schwarze Plastiktüte über der Tür bedeuten im Hochland, dass es einen Todesfall in der Familie gegeben hat. Ausgerechnet über der Tür der Riesenfamilie Rodriguez mussten wir das heute entdecken…
… und tatsächlich: Dienstag ist die Großmutter, fast 90-jährig, verstorben. Bolivianer haben einen anderen Respekt vor den Älteren, die fast immer bis zuletzt in der Familie wohnen. Die Stimmung war etwas introvertierter. Wir waren zusammen am Grab, das noch nicht geschlossen ist. Das ist eine gesonderte Zeremonie, die nächsten Freitag in Familie begangen wird – das Einmauern des Sarges…
Das allerletzte Foto, was ich je von ihr gemacht habe. Und wie immer im Einsatz für ihre große Familie bis zum Ururenkel, hier beim Kartoffelschälen. Das verschmitzte Lächeln war ihr Markenzeichen.
Dennoch: das Leben steht nicht still. Wir haben heute nicht gesungen, aber doch die letzten Geburtstage ein bißchen gefeiert. Noemi wurde 16, Jhoselyn 14 Jahre alt.
Boccia (Boule) macht auch auf 3.300 Metern Freude
Meine Mädels sind echt hart, Respekt. Es ist Winter. Die steile Sonne schafft es auf 3.300 Metern, die Luft auf 18-19 Grad mittags zu erwärmen. Das kalte Bergwasser hat 14-15 Grad. Macht nix. Die Mädels gehen schwimmen.
Deutschstunde
Deutsch ist neben Englisch das Wichtigste für die Mädchen – ich persönlich kann ja viel mehr Kontakte und Auslandsaufenthalte im deutschsprachigen Raum vermitteln als woanders. Aber es muß leichtfüßig sein, sonst ist diese schwere Sprache unvermittelbar. Gebe nichts vor, sondern greife Fragen und Interessen auf. So kommt so eine Tafel zustande…
Ende der Regenzeit
Es hat sowohl „unten“ in Cochabamba (2.620 m) als auch endlich oben in Candelaria (3.315 m) aufgehört zu regnen. Es ist Winter, und in Candelaria ist es besonders frostig.
Doch wer Fussball spielt oder mit unserer Bella herumrennt, dem ist auch nicht kalt.
Tückisch: die Wiese wirkt trocken, doch in den immer noch schweren Boden aus der Regenzeit sinkt man schon mal knietief ein. Die Kinder amüsiert´s köstlich.
Welches Kind verzichtet schon auf ein köstliches Eis, bloß weil es draußen ein bißchen schattig ist.
Tag der Mütter 27.5.2015
Da ich ja so ein bißchen Mutter und Vater in einer Person bin, durchaus auch ein wenig mein Tag 😉
In der Schule der Mädchen war kein Unterricht, es wurde heute für die Mütter getanzt und gekocht.
Die deutsche Art zu grillen kommt unglaublich gut an. Viele Klassenkameraden/-innen der Mädchen hatten mich gebeten, sie hätten so viel davon gehört (siehe Blog „Party“). Aber gerne doch









