Und trotzdem Frohe Ostern …

Leider mit Fotos aus dem sorglosen Ostern des letzten Jahres, aber was soll man machen. Die Covid-19-Quarantäne hat uns fest im Griff, die Militärmassnahmen zur Durchsetzung wurden gerade nochmal gesteigert. Das hat schon seinen Sinn, denn es gbt immer noch zu viele Covidioten, gerade in den Grossstädten.Und das Bundesland Santa Cruz hat gerade mal sechs Beatmungsplätze. Wenn das Virus hier zufasst … Mahlzeit …

Doch es ist Erntezeit im Garten des neuen Projekthauses, in dem ich nach wie vor mit Bella allein festsitze. Derzeit kommen in genehmen Schüben Granatäpfel und Pampelmusen

Aus Vor-Corona-Zeiten: liebe Nachbarskinder

Eine der schmerzhaftesten Erfahrungen war für mich, wegen Corona meine Tür für diese wunderbaren Nachbarskinder zu schliessen. Sie haben gar nicht mehr angeklopft, sondern sind einfach reingekommen. Wenn ich Pech hatte, auch sonntags morgens um sieben. Soll aber Schlimmeres geben. Als Bella ihre schwere Verletzung hatte (alles wieder ok), kamen sie als Hundepflegedienst vorbei. Sie liebt (und verteidigt) diese wunderbaren Zwerge genauso wie ich…

Das ist Maythe

Luzmabel. Ihre Familie hat die Hühner, die hier überall rumlaufen, auch in meinem Garten

Eliana

Leticia, hier mit ihrer (alleinerziehenden. Habe ich schon mal erwähnt, was ich von den Typen hier halte?) Mutter Lene

Ja, dann hopsen die eben mit Bella auch mal auf meinem provisorischen Aufblasbett rum. Davon werden mir schon nicht die Buchstaben aus der Zeitung fallen

Europa überholt: totale Quarantäne in Bolivien

Schlag auf Schlag. Ab Mitternacht gilt hier in Bolivien zunächst für 14 Tage totale Quarantäne. Nur das Grundbedarfspersonal hat noch Bewegungsfreiheiten, damit Strom, Gas, Wasser, Internet, Grundnahrungsmittel, Apotheken und Kliniken weiter angeboten werden können. Für den gesamten Rest gilt: grundsätzlich 24 Stunden zu Hause bleiben. Nur eine Person jeden Haushalts darf von 08.00 bis 12.00 Uhr raus und die Grundbesorgungen machen und zB den Hund rausbringen. Dabei gelten strenge Abstandspflichten, die Ladenbetreiber und Polizei kontrollieren müssen. Wer nach 12.00 Uhr noch draussen angetroffen wird, hat mindestens Erklärungsbedarf. Kliniken und Ärzte sind in jedem Fall zunächst telefonisch zu kontaktieren. Dieser Gel-Alkohol als Desinfektionsmittel wird kostenlos vom Militär verteilt, sie hupen und dann stellen sie es vor die Tür oder werfen es zu.

Gar nicht so schlecht, ehrlich gesagt. Immerhin konsequent, das Appellieren funktioniert ja in Europa irgendwie nicht so richtig. Bleibt alle gesund!

Nachtrag: Soeben meldet „Los Tiempos“, dass die Neuwahlen auch verschoben werden. Wie könnte das auch anders sein. Sehe es schon kommen: Projektneustart Januar 2021, dieses Jahr hier hat irgendwie vom ersten Tage an den Wurm drin. Na gut, was wollen wir machen… 

 

Trauriger COVID19-Vatertag 2020

Keine meine Töchter durfte mich zum 19.03.2020, dem Vatertag in Bolivien, besuchen.Wegen diesem verdammten Corona-Virus ist Bolivien lahmgelegt. Schauen Sie noch mal März 2019, was da so los war, dann verstehen Sie meine Traurigkeit.
Na schön, hier noch einmal kleine Eindrücke aus besseren Jahren:

Trotz Widrigkeiten: Weiter geht´s am Bau

Neben den politischen Unruhen (derzeit eher Unsicherheiten), einer kräftigen Regenzeit und nun auch noch CORONA (in Cochabamba sind alle Bildungseinrichtungen erstmal bis 31.03.20 zu, die Mädchen dürfen nicht hierher reisen), die alle drei ziemliche Projekthindernisse darstellen, geht es am Bau trotzdem mit einer gewissen Zähigkeit weiter. Nun ist auch das Dreierbett im Vorderzimmer des Mädchenhauses fertig. Wenn man sie denn liesse, könnten jetzt schon problemlos acht Mädchen ihre Studien hier aufnehmen…. mal sehen, wann sich diese ganzen Widrigkeiten endlich aufgelöst haben

Schalttags-Schönheiten 2020

Rocio (fast 17) und Alicia (fast 18), zwei unserer langjährigen Angelitos aus Candelaria, für eine Festlichkeit in Candelaria in traditioneller bolivianischer Kleidung und Frisur. Finde, insbesondere junge Frauen sehen in diesen Farben und Stoffen wunderhübsch aus. Beide sind Kandidatinnen für unseren CASA-Neustart nach Abschluss der a) Baumassnahmen, b) Regenzeit und c) politischen Turbulenzen wegen der Neuwahlen im Mai. Rocio hat unseren Berufsfindungskurs (siehe als Beispiel Juni 2017, weiter unten) sehr ernst genommen und lange in sich geschaut. Nun möchte sie Grundschullehrerin werden. Passt perfekt zu ihr, aufgrund ihrer Riesenfamilie hat sie immer wieder die unterschiedlichsten Kleinkinder mitgrossgezogen, sie ist empathisch und sehr freundlich, mit gewinnendem Wesen und Lachen. Alicia ermittelt noch…

Das ist unser Vereinsmitglied Manuela Schatz bei ihrer Gala am 29.02. anlässlich ihres 25-jährigen Fahrschulgründungs-Jubiläums. Ein Teil der Einnahmen der Gala geht an unseren gemeinnützigen Verein. Grosse Klasse und DANK, Manu! Links von ihr Leona Kröhle, rechts Julia Kröhle, ebenfalls Unterstützerinnen des Projekts und Töchter unseres Vereinsmitglieds Birgit Kröhle, die unter Federführung ihrer Freundin Janka Harms, ebenfalls Gala-Gast, jedes Jahr bei deren Smovey – Walk (siehe hier zB April 2018 und Juli 2019) ebenfalls zugunsten unserer CASA mitwirkt. Einfach toll, Janka, dieses Jahr (etwa April/Mai) wird es schon das vierte Mal sein – das kann man schon Tradition nennen.

Nachtrag 05.03.2020:

Liebe Freunde, heute kann ich Großartiges verkünden. Manuelas Gala vom letzten Wochenende war ein rauschendes Fest bis zum Morgengrauen – und hat für unser Projekt großartige 2.500 EUR eingebracht. Das ist schlicht grossartig, mir fehlen ein wenig die Worte. Daaaanke, Manu!

KARNEVAL am neuen Standort

Karneval ist in Bolivien kaum politisch, sondern eher von den Lebenssituationen her geprägt. Hier im Städtchen leben wir ja von üppiger Landwirtschaft rundum. Und ja, hier gibt es noch Bienen und fast an jeder Ecke besten Naturhonig

Hier die Königin der Zitrusfrüchte…

… und ihr Gefolge…

… schauen und hören Sie mal rein!

Auch unser wunderbarer Nationalpark ist repräsentiert…

… wo dieser majestätische Kollege auch wohnt! Keine drei Kilometer von hier kann man den hier endemischen Andenkondor bewundern, der als einzige Unterart der Welt bis zum Lebensende ein braunes Gesicht behält. Alle anderen Andenkondore werden als Erwachsene schwarz im Gesicht. Unser Samaipata-Kondor ist trotzdem ein Riese, auch mit ewigem Kindergesicht. Spannweiten über 3,30 Meter sind schon nachgewiesen

Blick nach Cochabamba, wo die Töchter dies Jahr ihre Ausbildungen beenden. Dort sind sie auch karnenevalsverrückt. Siehe Vorjahre, bis zurück nach 2014. Hier üben sie für einen Tanz im grossen CORSO (=Karnevalsumzug). Natürlich wissen Sie, wo sie sind. Was, nicht? „Augen rechts!“

Wieder Februar, wieder Wasser im Haus

Frohes Erwachen am Morgen: die schweren Nachtregenfälle sind auch am neuen Standort zu Besuch gekommen

Das Eindringen in den Saal konnte gerade noch verhindert werden. Doch: woher kommt das Wasser? Die Rohre sind dicht. Das Wasser war auch nicht klar, sondern sehr verdreckt. Das Dach ist dicht. Die Wände und Einbauschränke sind trocken

Ganz hinten unter der Abseite, an der Seite vom Herd, zum höhergelegenen Nachbarhaus hin, sprudelte es durch den gebrochenen Zement. Sie sehen den kleinen Wasserbogen von Gelb zu Weiss..

Das Wasser war merkwürdig rotsandig. So einen Boden habe ich auf meinem Grundstück gar nicht

Die Nachbarn hatten auf ihrem Grundstück den halben Hang weggegraben, um anzubauen. Soweit ok. Allerdings hatten sie „vergessen“, dass diese Erde fehlt, um die schweren Regenfälle aufzunehmen. Und eine Drainage hatten sie auch nicht gelegt. So sind sie hier. Denken von 12 bis Mittag, an andere dabei schon gar nicht

Bettenbau im Mädchenhaus

Im Mädchenhaus (Haus 2) geht es in der Regenzeit weiter mit Stockbettenbau. Wir müssen jeden Fitzel Platz optimal nutzen. Die Mädchen sollen ja hier nur schlafen und ihre persönlichen Sachen sicher aufbewahren, der Rest des Lebens ist woanders auf dem Grundstück und in der Stadt. Wir bauen mit Tajibo-Holz, ein eichenharter Baum hier aus der Gegend. Aufgrund des harten Holzes, der Bauart und Über-Eck-Verzahnung können die Mädchen darauf herumturnen, wie sie wollen… das bricht nicht und fällt nicht um…

Dreierbett

Doppelbett zur Schräge hin. Kommt dahin, wo ich gerade stehe, und verzahnt das Dreierbett. Die Steigleitern machen wir auch aus Tajibo, für Generationen und für Sicherheit

 

Virtuell am Wilhelm-Gymnasium

Nach wie vor sind meine ehemaligen Mitschüler und Lehrer vom Wilhelm-Gymnasium in Braunschweig die grösste Unterstützer-Gruppe unseres Projekts- dafür ein herzliches Dankeschön. Am 07. Februar konnte ich wenigstens virtuell bei unserem jährlichen Ehemaligentreffen dabei sein. Und mal wieder die Schulorgel hören
Foto: Birgit Kröhle