Vio jetzt auch dabei / Corona-Bremsen-Update

In unserer „Snoopy-im-Weltall-Kuck-Runde“ ist jetzt auch Vio(lieta) dabei (vorne im Bild). Sie wohnt direkt Wand an Wand nebenan, und mir ist schon mal aufgefallen, dass sie verträumt zu Bella auf unsere Terrasse schaute oder über die Strasse, wo die anderen Kinder fröhlich spielten. Heute fasste sie sich ein Herz und kam vorbei. Erst fremdelten die Kinder, aber dann ging es los. Also, wenn das die derzeitige Corona-Aufgabe ist, hier in der CASA Kinder-Strassenfreundschaften zu stiften, hat sich ja schon wieder alles gelohnt. Maythe sitzt übrigens immer noch in Santa Cruz fest. Ach ja, Corona im Juni 2020:

Bei uns im Bundesland Santa Cruz sieht es weiterhin am Schlimmsten aus, trotz rigider Massnahmen. Da wir aber bloss nach rechts über die Grenze nach Brasilien schauen müssen, wo sie vorsorglich Massengräber bis zum Horizont ausheben, sind wir mal lieber ganz stille…

Kurz und knapp: in Santa Cruz (Stadt) herrscht weiterhin totale Quarantäne

In Cochabamba (Bundesland UND Stadt), wo meine Töchter und Ziehtöcher sowie „Enkel“ festhängen, sieht die „Lockerung“ leicht, einfach und verbraucherfreundlich verständlich erklärt so aus (nur Auszüge, sonst wäre der BLOG gesprengt):

Um einen Feldpostkarten-Kalauer des 2. Weltkrieges zu zitieren: „Alles Scheisse, Deine Elli“.

Samaipata:

Bei uns in Samaipata (der Regen dauert dieses Jahr ungewöhnlich lange) leben wir ausser am Wochenende schon vergleichsweise entspannt miteinander. Leider sind wir umrahmt von Hochrisikogebieten, können also weder „nach links oder rechts weg“.

Und jetzt blockieren sie schon wieder die Strassen auch für den erlaubten systemrelevanten Restverkehr (Grundnahrungsmittel, Medikamente usw.), weil irgendwelche Hilfsmittel angeblich nicht fliessen. Vorgeschmack auf das, was demnächst bei den Neuwahlen passiert? Dieses Kalenderjahr ist hier echt gebeutelt…

Unser Förderer Stephan Striebig leider verstorben

In diesen Corona -Zeiten erreicht uns eine weitere sehr traurige Nachricht. Unserer langjähriger Freund und Förderer, Herr ass. jur. Stephan Striebig, ist nach langer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren viel zu früh verstorben. Er war ein Freigeist mit zahlreichen Fähigkeiten und sehr differenzierten Interessen, stets lebensfroh und ein begeisterter Familienmensch. Ein stets gern gesehener Freund, der auch mit Freude in sein schönes Haus zu unvergesslichen Weinproben einlud. Zu seinem 70. Geburtstag verzichtete er auf Geschenke und bat stattdessen um Spenden für unsere CASA, was seinerzeit einen namhaften vierstelligen Betrag erbrachte. Auch nun wird seitens der Familie wieder an unser Projekt gedacht. Dafür danken wir zutiefst berührt.

Er wird überall fehlen, und wir trauern mit seiner lieben Familie

Irina und Stephan Striebig, noch vor Kurzem

Neues Durchatmen nach Corona

Abgesehen davon, dass das Einkaufen auch unter weiteren, hinnehmbaren Einschränkungen doch wirklich leichter geworden ist, kann man auch wieder mit Hund in die Natur gelangen. Hier zwei tiefenentspannte Kumpels auf dem Wege dahin …

Blick vom Kamm auf Samaipata mit den Weinbergen. Ein Lieblingsplatz von Bella und mir…

… hinter mir ist die Wiese noch mal so gross. Bella kann toben, wie sie will. Und hier haben wir auch Fahrschulunterricht für Elvira gemacht, als sie mal hier war. Ist einfach gross genug, stört keinen

Eine meine Lieblingsergänzungssportarten seit bald 15 Jahren, hier oben in bester Luft und guten Steigungen und Gefällen noch mal besser, und vor allem: mit freilaufendem Hund. Der Blick rechts und links vom Kammweg in die Täler von Samaipata und San Juan ist herrlich

Das wurde aus dem Pappmache-Kondor vom Karneval (siehe Februar 2020). Nimm´s leicht, mein Bester, die Welt ist nun mal so …

Sondermeldung: Neue Freiheiten „nach“ (?) Corona

So richtig gut sehen wir im Bundesland Santa Cruz nicht aus: absoluter Viren-Marktführer. Wir sind hier aber an der Grenze zu Cochabamba, daher:

.. bei uns im Kleinstädtchen Lockerungen ähnlich wie in Deutschland! Auch ältere Menschen und Kinder dürfen beschränkt endlich wieder raus…

.… morgens kam Luzmabel und bot gleich fünf frischgelegte freilaufende Eier zum Kauf an… GEKAUFT! ….

… und dann spielte sie seit 50 Tagen erstmals wieder mit Bella. Sie ist ein hinreissendes Kind, meine Stimmung besserte sich um 248,79 %… das war mir gar nicht so klar, wie klein und mickrig die Welt in diesen 50 Tagen geworden war ….

… und es gab wieder den von ihr geliebten europäischen Käseteller, mit Ei, Zwiebelringen, Tomaten und meiner „geheimnisvollen“ selbstgerührten Curry-Ketchupsosse. Natürlich auch frischgepressten Saft.
Ab sofort wieder geht KEIN einziges Kind so von meinem Grundstück:
a) unglücklich
b) hungrig
c) durstig
d) nichts Neues gelernt.
Comesn´t in question,um Sie mal wieder mit meinem brillianten Englisch zu verzaubern.

Und auch was von Luzmabel gelernt! „Du darfst die Pampelmusen nicht pflücken! Da reisst Du die besten Neutriebe mit ab! Schüttel den Baum, was reif ist, fällt…“, wir schüttelten gemeinsam, hier die Schüttelernte. Sie hat Recht

50 Tage ohne Elektrogerät an der Murmel. Wie gelobt. Waldschrat. Das versprochene „Nachher“-Foto ist hier:

Und da isser wieder, der Schelm

Wusste gar nicht, dass meine halbkahle Rübe in acht Wochen noch so viel Wolle gibt … vielleicht sollte ich nebenberuflich als Schaf arbeiten, um weitere Einnahmen für das Projekt zu generieren …

 

Ungute Corona-Entwicklungen

Da hat man einmal die Woche 4 Stunden Ausgang und dann regnet es, na toll. Dadurch sieht man aber gut die Abstandskreise, die man überall auf den Boden gemalt hat. Da hat man sich mit Maske reinzustellen, wenn man etwas kaufen möchte…

Mobile Desinfektionsdusche am Marktausgang. Eintreten (mit Rucksack und Einkaufsbehältern), einmal drehen, durchdesinfiziert. Brille besser vorher in die Brusttasche stecken…

Innerhalb weniger Tage Verschlechterung. In Vallegrande ist ein CoviD19-Infizierter „geflohen“, keiner weiss, wo der Trottel sich aufhält. Jetzt erwägt man den TOTALEN Shutdown auch hier, bis man den Vogel aufgespürt und eventuelle Kontakte identifiziert hat. Also ehrlich, manche müsste man…

Corona bis zum 31. Mai und was im Garten übrig blieb

https://www.youtube.com/watch?v=lizbfaQqobI

Präsidentin Añez: Die totale Quarantäne bleibt für das ganze Land bis zum 10. Mai aufrechterhalten. Danach gibt es bis erstmal zum 31. Mai modifizierte Quarantäne. Dazu wird Bolivien gedanklich in Gebiete zerlegt, die in drei Kategorien aufgeteilt werden. Hohes Risiko, mittleres Risiko, moderates Risiko. Die mit hohem Risiko bleiben im gleichen Zustand wie heute, Punkt. Bei den anderen gibt es Lockerungen. Flughäfen, Restaurants und vor allem jeglicher Unterricht bleiben aber bis zum 31. Mai überall ausgesetzt. Mahlzeit. Die Neuwahlen auch erstmal, und damit gibt es schon jetzt nach hinten ausufernde Erwartungszeiten wegen Nachbeschulung usw. usw. usw. Nochmal Mahlzeit

Wir sind jetzt mit dem Projekt im Bundesland Santa Cruz, auf Landkarte rechts grün, oben drüber längster Balken, das am stärksten betroffene. Bundesländer La Paz, Oruro und Cochabamba mittelmässig betroffen. Der Rest hat’s recht bequem. Aber:

Hier bei uns im Ort ist es aufgrund der guten Disziplin der Bevölkerung und sicher auch ein bisschen Glück ganz friedlich. Wir liegen ja ganz links unten im BL Santa Cruz nahe der Grenze zu Cochabamba, „im Grünen“, nicht im Moloch. Mal sehen, welche Ebene da entscheidet, was hier im Örtchen ab 11. Mai gilt. Sicher ist: nach Santa Cruz de la Sierra (die Stadt) kommen wir so schnell nicht zum Einkaufen. Der Bau im neuen Projektstandort ist weiter ausgebremst..

Dann macht man halt den Rasen und den (Vor-) Garten, wenn die anderen Bauaufgaben ruhen

Der künftige Baugrund für den zweistöckigen Haus-3-Anbau

Lichthof mit Beginn Obstbaumbestand (wird ausgebaut, wenn Besatzung da ist)

Wir haben noch ordentlich Platz für weitere Bauten und auch für agronomische Erweiterungen, ohne Bella den Auslauf zu nehmen. Wenn man gemäht hat, sieht man das besser

 

 

Der kleine Schneider-Laden

Kann man in Corona-Zeiten ganz besonders vermissen: diese kleinen, alten, vollgepfropften Innenstadt-Lädchen oben in Cochabamba. Hier das Lädchen für alles rund ums Nähen. Ein Lieblingsladen von Noemi und mir, in der San Martin, kurz hinterm Eingang vom Mercado 25 de Mayo, gegenüber vom Gericht. Zur Zeit leider unerreichbar…

Gar nicht so einfach: der Home-Office-Chor

Wenn man sich nicht nahe sein kann und durch Nicken und Blickkontakt koordiniert ist, dann ist das gar nicht so einfach.
Unsere Unterstützerin und Dauerauftragsspenderin Susanne Walter (schlank, Brille, graue Überwurfjacke) war trotzdem dabei und hat es gewagt. Geniessen Sie das Ergebnis! Falls es hier auf der bolivianischen Webseite aus welchen Gründen auch immer nicht aufleuchtet, klicken Sie bitte auf den erscheinenden Link „Auf YouTube ansehen“. Dann geht´s

Was tun, Ostern in Quarantäne und ohne Kinder?

Erstmal stärken. Das letzte Kilo Tomaten war schon etwas überreif, also Tomatensaft machen. Jetzt hier im Hause wieder mit Original-Worcestersause, die gibt es unten in Santa Cruz, Kirsty, die hier das Lokal „La Boheme“ hat und die für ihre hervorragenden Bloody Mary braucht (für mich die besten der Welt), hat mir verraten, wo. Sie weiss auch, wo es das beste Olivenöl gibt. Unbezahlbare Tipps. Dafür übersetz ich ihr gern mal was ins Deutsche oder so. Nachbarschaftshilfe…
Der Rest aus dem Sieb, links in der Schale, gibt übrigens eine hervorragende Nudelsauce..

Und dann: Generalprobe mit Hund! Irgendwann gibt es wieder Besatzung, und dann ist es gut, wenn alles schön ist und funktioniert… hier der Lichthof unter Kokos und Granat zwischen dem Mädchenhaus rechts (fertig) und dem Lagerhaus / Gym links…

Grosses Osterfeuer ganz oben an der Grundstücksgrenze…

Der „Azteke“ ist unser Kamin in der Loggia (zum Hof mit gutem Blick zum Lichthof), wo auch alle zusammen essen und feiern können. Diese schweren Lehmbrandöfen gab es in der gesamten indigenen Welt, von den Inkas über die Mayas bis zu den Olmeken und den nordamerikanischen Indianern. Auf dem Schlot (manche haben auch nur ein Loch oben) wurde gekocht, gebraten und gebacken. Übrigens in Candelaria bis heute, deswegen sind die Küchen da so schwarz (siehe September 2016 bei Noemis Geburtstag)

Die letzten vier Granatäpfel zum Ostersonntag, die beiden Bäumchen machen jetzt Pause. Pampelmusen gibt es noch gut zwei Wochen, da sind noch eine Menge grüne dran. Herrliche Antioxidanz-Säfte sind das! Die Guayabilla werden wohl noch länger nachreifen. Das sind so kirschgrosse gelbe Süsspflaumen, durchaus mit einem Anklang von Kirsche… zum direkten Essen vom Baum wie auch für Saft gut

ACHTUNG das nächste ist ein Blickbremser-Foto! Wer eine Spinnenphobie hat, sollte nicht über das folgende Bild mit dem Papagei hinunterscrollen, sondern hier Schluss machen! Biologie-Begeisterte finden darunter noch etwas Tolles

Der bunte Wächter am Mädchenhaus bei Sonnenuntergang (so etwa 18.30 Uhr jetzt im Herbst)

Gestatten, das ist Kalinke. Sie ist noch eine junge Dame, so zwei-Fünfmarkstück-gross.Sie lebt in der urwaldähnlichen Vegetation hinter dem Lagerhaus zur hässlichen, unverputzten Wand des Nachbarhauses hin (Machen die hier immer so. Fassade hui, Rest pfui. Deswegen lasse ich da wild hochwachsen, das ist dann immer noch schöner). Genau ihr Habitat. Dort kann sie nach Herzenslust dieses fliegende Gezeuch jagen und fressen, welches mich viel mehr stört als eine würdige und noble Vogelspinne. Tja, wir leben hier in intakter tropischer Natur am Nationalpark. Demnächst kommt noch ein Jaguar vorbei, um Luzmabels Hühner zu jagen, oder ein Kondorweibchen holt sich ein totes Schaf für ihre Jungen ab. Wasserschweine und Gürteltiere wurden sowieso schon mehrfach hier im Ort gesichtet, und Kolibris und Papageien sind hier Kulturfolger.
Es gibt viel zu wenig Orte auf dieser Welt wie diesen, und es werden immer weniger….