Unsere Noemi (Foto Zweite von unten links) hat sich in rauher Konkurrenz durchgebissen. Gemeinsam mit ihrer Ausbildungspatin Elke Gille aus Braunschweig / jetzt Dresden hatten wir Noemi ja den Start in die Schneiderinnenlehre ermöglicht (siehe zB hier August und September 2016, Mai 2018). Jetzt hat sie die Lehrlizenz für Modedesign und Hohe Schneiderkunst („Alta Costura“) als „auxiliar“ (könnte man mit „Referendarin“ übersetzen) und muss nur noch Lehrproben abliefern, dann ist sie DOCENTE und kann ihre eigene Schule und auch Werkstatt (sowieso jetzt schon) eröffnen. Das hat Belohnung und Förderung verdient, Elke und ich überlegen gerade. Wir berichten hier weiter
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BREXIT und andere Regenzeiten
Unsere immer noch nicht asphaltierte Strasse vorm Haus ist bei Monsunregen eher ein brauner Fluss. Gut, es staubt dann nicht so, wenn ein LKW drüberbrettert
PKW-Wäsche gratis. Die neuen Dachrinnen schaffen es nicht, laufen über…
… was man wiederum nutzen kann, um das saubere Regenwasser für Bella oder die Blumen aufzufangen und mal ein paar verstaubte Sachen reinwaschen zu lassen…
… die Tonnen und Planken trocknen auch wieder. Sie werden hier für Innengerüste genutzt, um hochzumauern und zu -pinseln. Meine ich, in Deutschland aber auch mal so gesehen zu haben. Diese Kameraden hier kommen trocken wieder für die Casa 3 ab Ende Regenzeit zum Einsatz
Die Aussenwände sind versiegelt. Der Regen macht nichts mehr aus
Das neue Mädchenbad hält auch stand. Na also! Ab jetzt geht es überall innen weiter. Oft kleines Gepimpel, das man kaum sieht. Aber eben auch sein muss
Neue Unruhen aber Weiterbau
Im Internet wurde – mit Hasstiraden – die Fortsetzung der politischen Unruhen für heute, den 22.01.2020 angekündigt. Warum dieser Tag? Er ist ein Feiertag, weil a) Evo 2006 seinen ersten Amtstag an dem Datum hatte und b) 2009 die neue Verfassung an dem Tag in Kraft trat. Im Netz kursierte seitens Evos Restsozialisten „Wir holen uns am 22.1. Bolivien zurück“ und seitens der Opposition freundlicherweise „Dann stellen wir Euch an dem Tag an die Wand“. Bislang ist es glimpflich abgelaufen, das Militär patroulliert (auch nicht so richtig schön, das sollte die Polizei machen). Aber gut…
… die möglichen Bau-Massnahmen gehen weiter. Das Mädchenhaus ist ausgetrocknet, zementversiegelt und Latex-gestrichen…
… und auch innen fertig für den Möbeleinbau, hier das hintere Zimmer zum Garten hin…
… auch im Mädchenbad sind die Aussenwände fertig und versiegelt….
… der Sanitärausbau ist dort fast abgeschlossen. Links auch die künftige Dusche
Tropische Heilige Drei Könige
Zugegeben, den Garten habe ich während der letzten vier Monate bis auf die Grenzzäune völlig vernachlässigt. Er schenkt mir trotzdem Blüten und Früchte, die das Herz hüpfen lassen…
Alle diese Blumen sind einfach mit dem Wind gekommen und nutzen nun den Sommer mit regelmässigem Landregen….
Diese Riesenblätter heissen „Regenschirm der Armen“
Pampelmusen (pomelo) wachsen hier in verwendungsgerechten Schüben
So sieht Banane aus, bevor sie im Kaufland ist
Und so blüht hier der allgegenwärtige Hängekaktus Cola de Mono (Affenschwanz)
Und alles dank der kleinen Helfer. Solange es hier blüht, sieht man fast täglich Kolibris am frühen Morgen. Das hier ist allerdings ein Scheinkolibri, eine Motte, die mit Mimikry auf Kolibri (picaflores) macht
Ein rührendes Jubiläum
Heute, am 17.12.2019, ist es auf den Tag genau 10 Jahre her, dass ich zum ersten Mal (als Weihnachtsmann) über die Schwelle des Kinderheimes Ciudadela trat und den Weihnachtsmann dort spielte. Die Armut der Kinder rührte mich damals wie ein Donnerschlag. An jenem Tage begann alles… jetzt lebe ich schon 6,5 Jahre permanent hier….
Genau 5 Jahre ist es her, dass meine fünf Angelitos aus CANDELARIA mir Weihnachten halfen. Sehen Sie auch Dezember 2014. Die jungen Damen sind ja nun heute deutlich stattlicher, Sie konnten ihre Entwicklung ja hier verfolgen. Von links: Sandra, Rocio, Rosemary, Alicia, Nayeli. Die eine oder andere wird wohl in unserer CASA ihre Berufsausbildung machen… das wäre dann wirklich Nachhaltigkeit
Und für dieses Jahr wünscht unser Nachbarkind Leticia ein frohes Fest und einen guten Rutsch!
Weiterbau Dezember 2019
Wir haben uns lange nicht gemeldet, aber das ändern wir jetzt. Wir waren im Bau und im Schleifstaub und mit uns selbst beschäftigt. Was ist weiterhin geschehen im Projekt?
Erstmal haben wir in den Wirren hier Projektholz eingekauft. War schon besser, als die Strassen ploetzlich abgeriegelt waren ….
Das künftige Mädchenhaus sah in den Fundamenten nicht so gut aus.In der Hitze trocknen und dann versiegeln…


Wer Tiere hat, muss auch in Bolivien die Grenzen sichern
Tür mit permantener Lamellenlüftung steht auch schon bereit. Wenn da acht junge Damen geduscht haben, muss da Zirkulation ran…
Dachsanierung. Einfach dicht machen für die Regenzeit. So einen Rundgang auf dem Dach macht man so einmal im Jahr, am besten im November, vor der Regenzeit
Dabei findet man halt das eine oder andere…
Auch erledigt, aus schönstem, zertifizierten Tahibo – Tropenholz. Nicht erschrecken: hier ist logischerweise alles, was aus dem Boden kommt, Tropenholz
Dachrinnen wurden auch saniert, neu verschweisst und kleine Lecks einfach mit Silikon verschlossen
Terrasse war auch offen, die Hunde spazierten hin und her. Na gut, mit günstigem Restholze…

… jetzt nutzt Bella die Terrasse als Beobachtungsstand. Auch gut. Natur hat sie ja um sich herum genug
Seit über 25 Jahren für Stamm- und Konstruktionsholz unerreicht: meine Ulmia Gestellsäge, damals Geschenk von Oliver Struss. Das nenne ich nachhaltige Geschenke
RGO ´81 35 Jahre Abitur und Unruhen in Bolivien
Zunächst möchte ich meinen Schulkameraden/innen zum 35-jährigen Abitreffen am 09.11.2019 in Braunschweig viel Freude und gute Gespräche wünschen. Sie sind auch grosse Unterstützer des Projekts. Gerne wäre ich dabei gewesen, doch der Neubau im Projekt fordert Geld und Zeit. Und: möglicherweise wäre ich gar nicht zum Flughafen gekommen, da hier in Bolivien bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Seit der wohl betrogenen Wahl am 20. Oktober stehen sich die Parteien unversöhnlich gegenüber, das Land versinkt in Gewalt und Stillstand …
Selbst die Tagesschau berichtet jetzt fast täglich …
Vermummte Steine- und Brandsatzwerfer in den Grossstädten…
… Polizei schiesst scharf zurück …
… es gibt Tote, Verletzte und Strassensperren. Noch einmal Thema Abi: Schuljahr = Kalenderjahr, November ist eigentlich Abi-Monat. Doch die Kinder gehen seit Wochen nicht zur Schule, wie das gut ausgehen soll, ist wieder mal schleierhaft, aber typisch Bolivien…
… hier die überwachte Sperre unserer einzigen Dorfstrasse nach Santa Cruz (dort auch internationaler Flughafen). Reguläre Baumaterialbeschaffung Essig, wir tauschen und organisieren hier wie zu DDR-Zeiten, damit es weitergeht…
… aber wenigstens ist es in unserem Städtchen auf dem Lande friedlich. Und hier gehen die Kinder auch normal zur Schule. Ist viel wert!
Nachtrag Tote und Holz
Die Unruhen gehen in die dritte Woche, das Land bleibt lahmgelegt. Leider hat es bis jetzt schon drei Tote und über 200 Verletzte gegeben, ein Ende ist nicht abzusehen. Probleme für das Projekt: insbesondere: der Bau steht fast still, es kommt weder genug Baumaterial noch Arbeitskraft heran. Und die Mädchen in den Grossstädten, die eigentlich diesen November Abitur machen sollten, gehen gar nicht zur Schule, die sind geschlossen. Wie sie das wieder lösen wollen, bleibt schleierhaft.
Zum Glück hatte ich vor Wochen schon Holz eingekauft, zertifizierte Rotzeder und Tajibo (auch:Tahibo. Ein eichenhartes Tropenholz hier aus Plantagen der Nachbarschaft). Der Tischler macht mit verminderter Mannschaft weiter, wenigstens da werden wir die Tage ein bisschen vorankommen…
Zwangspause durch Unruhen
Seit zwei Wochen steht Bolivien still. Sie haben es in der Tagesschau gesehen und/oder finden zahlreiche Beiträge zu den Unruhen und Strassensperren im Internet oder in meinem Facebook.
Das alles beeinflusst unsere Bauarbeiten. Baumaterial kommt nicht nach. Wenn das so weitergeht, habe ich Sorge hinsichtlich des pünktlichen Projektneustarts im Januar. Machen kann ich aber nichts, habe versucht, mit dem alten Geländewagen Wege durch den Wald zu finden – aussichtslos
Wahnsinn Brandrodung
Evo ist Evo Morales, Präsident Boliviens, gerade mal wieder als Wahlbetrugs-Wiederholungstäter unterwegs und selbst schuld an solchen Bildern. Er hat das Brandrodungsdekret zu verantworten. Und jetzt sagt dieser Ignorant „Man habe Angst, in Cochabamba noch zu atmen bei der Luftverschmutzung“. Was Wunder, die Smog-Glocke war seit Jahren schon extrem gesundheitsschädlich. Und jetzt das…
… der berühmte grosse Christus (siehe auch Klickleiste links: Juni 2015) vor Feuerkulisse, im Tale Cochabamba. Man kann sich nur an den Kopf fassen. Bin so froh, dort nicht mehr wohnen und atmen zu müssen







