Die erste junge Dame ist schon da!

So war es ja von Anfang an. Der Preusse plant, will perfekt haben und dann anfangen – und dann überrollt es einen. Na gut, dafür sind wir ja hier, oder nicht? Dass Bauen Spass macht und alle meine guten Werkzeuge noch funktionieren, weiss ich ja nun seit ein paar Wochen… jetzt kann auch wieder Neues kommen, und es kommt …

Ely (Elisabeth Quinteros) ist eingezogen! Sie kennen sie schon länger (siehe Fotos unserer Band aus der CIUDADELA , links Klickleiste Dezember und April 2014, jeweils weiter unten). Ely kam aus dem Heim zu einem Typen, den sie liebte – und der misshandelte sie, sperrte sie ein – mit Hilfe der Mutter, man höre; die Mütter sind hier immer die ersten Machos – liess sie nicht mal zur Schule gehen. Vor etwa 14 Tagen kam ihr Hilferuf. Die Kanalratte wollte sie nicht gehen lassen, aber da habe ich mal mein warm-zart-brüderlich Händlein aufgelegt, und da war er dann doch einverstanden, zumindestens habe ich das aus dem Gestammel so herausgehört, bin ja ein zutiefst positiver Mensch. Ely ist traumatisiert, deswegen ist es gut, dass sie jetzt im Paradies einfach mal schläft und Luft holt.Sie hilft allerdings auch beim Aufbau schon mit und ist begeistert von Bella. Denke, ihr ist Zeit zu geben.
Sie ist 20, kann hier zur Abendschule gehen und in einem Jahr (2020) ihren Schulabschluss machen. Das haben wir erstmal im Auge, immer langsam. Sie hat schon genug Lebenszeit verloren, war seit ihrem 7. Lebensjahr in Heimen

Es gab auch gleich eine Lebensüberraschung. Auf dem Weg sagte sie plötzlich: „Ich kenne diese Gegend! Bin in Monte Punku geboren – da könnte meine Grossmutter noch leben. Sie war so arm, dass sie mich damals ins Heim gesteckt haben. Habe sie seit dreizehn Jahren nicht gesehen. Können wir da mal halten, vielleicht erinnere ich mich an den Weg zum Haus…“
Wir hielten etwa am Friedhof, wo ihre Mutter liegt. Sie fand ihre Grossmutter, 89 Jahre, allein mit zwei Kühen und einem Hund lebend, nach 13 Jahren wieder. Mir kamen schon ein bisschen die Tränen. Treten Sie doch dem nächsten von der Gemeinschaft gepamperten Hartz-VI-rer, der meckert, von mir mit kräftigem Anlauf in den Süden. Ely hat erfahren, dass sie einen Bruder hat, Ramiro. Er käme manchmal vorbei und besuche die Oma. Haben Kontaktdaten dagelassen. Das wäre doch wirklich eine Sensation…

Auf dem Bau alles Improvisation, Aufblasbett, IKEA-Theo, aber sie hat es ohne Aufforderung sehr ordentlich gemacht. Gefällt mir gut. Sie ist jetzt sicher

 

Der Bau-Oktober hat begonnen

Die gute Bosch-Hexe ist auch schon über 25 Jahre alt, aber schleift wie am ersten Tage. Noch älter sind zum Teil meine IVAR-Regale. Das erste habe ich 1983 gekauft, und es ist immer noch im Einsatz und wird es wahrscheinlich auch noch 30 Jahre länger sein. Angeschliffen sehen die wieder fast wie neu aus, und riechen so gut

Wie gestern aus`m IKEA geholt

Mittlerweile hat das Lagerhaus (deposito) sein Dach bekommen. Wir haben zwei transparente Stücke eingesetzt. So braucht am Tage nie Licht eingeschaltet zu werden. Auch Solarzellen sind in Planung, um Stromausfällen trotzen zu können bzw. bei voller Besatzung generell die Stromrechnung zu schonen. Strom ist das teuerste hier. Wasser ist deutlich günstiger als in Cochabamba, da es jede Woche mindestens eine Nacht regnet und der Stausee gut gefüllt ist. Den Stausee zeige ich ein andermal.

Sehr günstig ist übrigens Gas, davon hat Bolivien riesige Vorkommen, und die Versorgung ist staatlich. Mit Gas betreiben wir den Herd und den Boiler für die Mädchen-Duschen. Da ich in der Fasanenstrasse in Braunschweig mit 14 auf Gasherd kochen gelernt habe, ist das ohnehin mein Herd-Favorit. Die Hitze ist schnell da und bei Ausschalten sofort wieder weg, das schätze ich sehr

Ja, ja, ich weiss. Spiessige Wäschespinne, hier trocknet gerade der Zement am Fuss, deswegen die Stützen. Aber glauben Sie mal, wie mich die bolivianischen Nachbarn um das praktische Stück beneiden. Die spannen nämlich Kabel und Stricke zwischen Küche und Hof und rennen den ganzen Tag gegen ihre Wäsche! Die Spinne hier steht oben im Garten am Hang, hat den ganzen Tag Sonne und immer ein bisschen Wind. Ideales Schnelltrocknen, auch gerade dann bei Vollbesetzung

Möbelrestauration parallel

Alle Möbel hatten in Cochabamba Gebrauchsspuren, aber auch Wasserschäden (siehe hier im BLOG Februar 2018). Das ist jetzt alles aufzuarbeiten, JETZT ODER NIE

So dürfen unsere Stuhlfüsse jetzt wieder aussehen

Unser grosser Zentraltisch, Abplatzer…

… Schrammen ..

.. jetzt wieder wie neu!

TV-Tisch alt…

.. und jetzt.

Weggefaulter Regalfuss erneuert.

Es wird doch…..

 

Cruceño-Baustil beibehalten

Ganz typisch für Samaipata: alte Mauern werden nicht versteckt, sondern mit eingebaut. Der Übergang mit Zement und geschnittenen Ziegeln ist baulich schon höhere Schule und braucht Zeit

So wie am Mädchenhaus wird das mal aussehen: die neuen Ziegel verkleidet und weiss, das alte Mauerstück bleibt „natural“. Sehr schöne, herbe Bauweise

Neue Casa De La Bienvenida! Um-, An-, Neubau beginnt

Die schöne Loggia im Haupthaus wird wohl noch einige Zeit Werkzeuglager sein … sie ist so schön zentral

Ein sehr wichtiger Anbau beginnt: das Deposito (Lagerhaus). Keller sind in Bolivien nicht üblich. Hier gehen alle wichtigen Sachen hin, die sonst im Wege sind: Vorräte, Reserven, Werkzeuge, Hilfsmittel, Sportgeräte, Klappstühle und sicher 1000 Dinge mehr

Das ist Don Elio Toledo, unser neuer Nachbar. Er wurde mir von mehreren als der beste Bauleiter empfohlen. Er sagte zu, alles in guter Qualität und gleichzeitig zu spenderfreundlichen Preisen zu machen. Und ich mache auch mit, spart den Gehilfen. Familie Toledo hat den kleinen grünen Laden direkt nebenan. Fehlt Milch, zupp, erledigt. Alle helfen mit, seine Frau Doña Marina hat die Notschlüssel und sieht in meiner Abwesenheit nach dem Rechten (sie wohnen auch auf dem Gelände des Ladens), Sohn Carlos ist Elektriker und zieht die neuen „Strippen“, und Tochter Eliana (8) spielt solange mit Bella…

Ordentliche Arbeit, nicht?

Neues Vereinsmitglied Manuela

Da wir hier neulich anlässlich des Smovey-Walks schon unser neues Vereinsmitglied Dietrich Voelpel hier (siehe Juli 2019) vorgestellt haben, dachten wir, wir machen mal eine neue Tradition daraus. Wir begrüssen Manuela Schatz aus Braunschweig, sagen Herzlich Willkommen und daaanke

Grosse Kleiderspende 3 in 2019

Noch einmal geht es ins Bergdorf Candelaria, in dem doch eine Menge bettelarme Familien auszumachen sind. Ich kannte sie früher nicht, da sie sich schämten, ins Gemeindehaus zu kommen. Also geht der Berg zum Propheten. Meine Freundinnen Nancy und Rocio Rodriguez (links), je älteste und jüngste Schwester einer selbst nicht gerade begüterten derzeit 18-köpfigen Familie (im Kern sind es acht Geschwister, Jose Ariel und Noemi sind hier auch schon öfter vorgekommen), kennen alle und sortieren sinnvoll vor

Natúrlich bekommt auch Familie Rodriguez etwas. Dort werden die Sachen sehr geschätzt und bis zum Ende aufgetragen. Die beiden Mädchen vorne Mitte und rechts, Diana und Mayte, sind neu in der Familie. Mutter verstorben, der Vater (kommentiere das nicht schon wieder, sonst werde ich hier nochmal ausfallend) hat die beiden mit dem, was sie auf dem Leibe hatten, zurückgelassen. Aber es gibt auch ein positives Phänomen in der Welt der Armen, dass ich weltweit beobachten konnte. Familie Rodriguez hat die beiden aufgenommen, obwohl es da selbst gerade so reicht. Und schon sind alle Betten aus unserer Bettenspende 2015 wieder voll besetzt. Natürlich wurden die beiden Mädchen erstmal volleingekleidet aus den Paketen, besser geht´s doch gar nicht…

Familie 2: Marisols Familie, hier schon länger bekannt …

Familie 3. Auch hier hatte Nancy ein wohlweisliches Paket vorgepackt…..

Und dann auch Familie 4, ganz oben in dem abgeschiedenen Berggehöftchen. Hier konnte auch den Senioren geholfen werden, die sich hier gegenseitig helfen zu überleben, dank entsprechender Kleiderspenden von Herrn und Frau Bracke.

Daaaanke an alle Kleiderspender!

Smovey – Walk in Braunschweig 2019 – der Dritte!

Nun schon im dritten Jahr zugunsten unserer Kinder: der wohltätige Smovey-Walk in Braunschweig. Ganz herzlichen Dank allen Teilnehmern….

… und wieder Organisatorin und energiegeladene Übungsleiterin: Frau Janka Harms. Daaanke sagen die Kinder!

Unser neues Vereinsmitglied Dietrich Voelpel übernahm sogleich die einleitenden Worte..

… und machte auch gleich mit. Da es in diesem Sport einen gewissen Frauenüberschuss gibt, um so besser