Archiv des Autors: jefe
Galoppierende Inflation
Es sei ja sooo billig, in Bolivien zu leben.
Leider nicht mehr wahr.
Wie in aller Welt reiten sogenannte „Sozialisten“ ihre Bevölkerung in einen Inflationswahnsinn.
Dieser einfache, durchaus leckere, hier heimisch produzierte Camembert kostet 33 Bolivianos, also umgerechnet 4,43 EUR (vier EURO dreiundvierzig) und damit das Doppelte wie bei EDEKA und das Vierfache wie bei ALDI.
Alle unsere europäischen Freunde hier stöhnen, das Lebensniveau habe längst europäische Preisniveaus erreicht. Leider haben sie Recht
23. Juli – Tag der Freundschaft
Sonntag, der 23. Juli 2017 war ein ganz besonderer Tag. Wir waren oben in Candelaria und feierten mit unserem berühmten blauen Pudding mit Vanillesauce das Folgende:
1) Dia de Amistad – Tag der Freundschaft, wie jedes Jahr der 23.Juli
2) Die Juligeburtstage von Yasmin (7), ganz links, Rocio (14), daneben, und Alicia (15), in schwarz in der Mitte. Wie wir alle bereits wissen, ist der 15. Geburtstag in Bolivien ein besonderer Tag für die Mädchen. Alicia ist jetzt Señorita, kein Kind oder Mädchen mehr.
3) Vor genau sieben Jahren fragte mich meine heutige Tochter Elvira, ob ich sie adoptiere.
Blättern Sie doch einmal links in der Leiste in den Mai 2017 zurück, dort etwas weiter unten. Ja, es ist dieser Strommast, der im Mai nur mit dem Boot erreicht werden konnte
Wo unser Alex jetzt Stöckchen für Bella wirft, wäre er noch im Mai mit dem Kopf unter Wasser gewesen
Das Boot ist noch genau da, wo die Kinder es im Mai aus dem Wasser gezogen haben. Reichlich trockengefallen
Wie strenge Erziehung doch gleich wirkt
Johanni
Spargel gibt es hier ja leider nicht. Und das, was da aus Peru kommt, beleidigt den Kenner von märkischem oder Braunschweiger Spargel. In Bolivien feiert man Johanni daher entweder mit 12 verschiedenen Gerichten (zu aufwendig, wer soll das alles essen), oder mit einer Parillada – also Grillen. Hier unsere Variante.
Wir waren nur zu dritt, da die großen Mädchen (nun ja auch schon fast 17, fast 19 und fast 21) dasselbe lieber im Freundeskreis machten und dabei auch ein Tänzchen wagten – und so weiter, was man in dem Alter halt so macht. Ist ok, haben wir damals auch gemacht, erinnere mich gerne an unsere legendären Feiern im Hause meines Freundes Oliver Struß.
Der Platz rechts mit dem Wein ist meiner. Die Mädchen dürfen ihre Brause aus Sektflöten trinken. Da sie sich damit gleich zwei Jahre älter fühlen – warum nicht
Ein neuer Herd
Strahlen bis über die Ohren bei unserem Sonnenschein Rocio.
Warum?
Sie kennen diese Küche. Es ist die vom offenen Herdfeuer rußgeschwärzte Küche der großen Familie Rodriguez in Candelaria. Schon oft war diese Küche hier im BLOG Schauplatz für Geburtstags- oder Weihnachtsfeiern. Offenes Herdfeuer ist zwar romatisch, aber nicht ganz ungefährlich. Außerdem mühsam zu unterhalten, man muss passendes Holz in den Steilhang-Eukalyptus-Wäldern erst finden, auf kernigen Wegen herbeischleppen, sammeln und trocknen – bei dem Klima da oben nicht so ganz einfach, und Lehmhütten haben nun einmal keine temperierten computerunterstützten Trockenräume.
Als meine zweite Tochter und ich in einer Lotterie einen neuen Gasherd gewannen, war klar: der „alte“ – auch erst vier Jahre alt und gut in Schuss – geht hoch nach Candelaria. Für die Großfamilie beginnt eine Ära komfortableren und sicheren Kochens. Gas ist hier billig an jeder Ecke zu bekommen, Bolivien subventioniert das, hat riesige Vorkommen. Nur Herde sind (relativ) teuer, und auch die erste Garaffe (Pfandsystem).
Garaffe haben wir dazuspendiert, hatten eh noch eine über.
Für Familie Rodriguez also alles kein Problem mehr.
Versuchen Sie bitte, das aus deren Sicht nachzuempfinden
Die Kartoffelernte ist jetzt endgültig eingefahren – na gut, hier besser: -getragen
Bolivianische Kindergesichter 18
Unsere Softskill – Seminare zur Berufsorientierung
Ein Paket aus Deutschland gegen den Winter (Südhalbkugel)
Ende Mai ist hier Winter. Die Wolken hängen tief und schwer in Candelaria, nur 50 Meter über den Dächern (die sich bekanntlich auch schon in etwa 3.400 Metern Höhe befinden). In den Nächten wird es wieder kalt. Zeit, die schönen Sachen aus dem Paket von Clarissa Evers (und Familie und Freunde und Nachbarn…. daaanke!) aus Hamburg zu verteilen. Hier im BLOG sehen Sie im Zurückblättern, dass wir zwei wärmende Jacken für Yasmin und Lesli schon vor zwei Wochen wegen des Geburtstages von Lesli vorgezogen hatten. Jetzt kommt der Rest „an den Mann“
Im Haus von Hermana Cristina ist das deutsche Paket von Clarissa offen. Wir hatten es feierlich wieder verschlossen, um den Kindern die Öffnung zu ermöglichen. Unterschätzen Sie bitte nicht, was das für die Kinder bedeutet.
„Pschschsch“ … „Jetzt halt doch mal die Klappe, caracho…“
Tochter Elvira präsentiert jedes Stück mit großem Ernst. Das gibt es hier nicht, dass solche Wertstücke „verramscht“ werden. Vorne auf dem Tisch die -bislang- demokratisch abgesonderten Sachen für Gustavo, Yasmin, Nelsi, Lesli und Noel, die heute nicht dabeisein konnten
Danke, Clarissa. Das haben sie sogar gesagt, ich Blödmann habe nur den Knopf für „Filmaufnahme“ nicht gedrückt und das in dem Moment nicht mal bemerkt. MANN!
Sie wollten, dass das Paket mit den Sachen für die Nichtanwesenden auch mit ins Bild kommt. Sie hatten Recht
Was soll uns Nieselregen und Kälte eigentlich an unserem geliebten Fussballspiel hindern?
Bella ist beim Stöckchenholen bei der Lagune mittlerweile in der Baumstammklasse angekommen. Gut für ihre Nackenmuskeln
Und unsere Kleinste, Maya, verbrachte den Tag altersgerecht in Tatianas Bett
Auf der Suche nach dem Schnee
Aufsteigen, zunächst im Auto, den Rest zu Fuß. Auf 4.100 Metern werden die Eukalypthus-Bäume merklich kleiner – aber sie sind noch da! Googlen Sie doch einmal die Baumgrenze in Deutschland / Europa
Das höchste Dorf im Bundesstaat Cochabamba – und vermutlich eines der höchstgelegenen dauerbewohnten Dörfer der Welt
Der vermutlich höchstgelegene Reifenflicker der Welt. Und gut, daß er da ist ….
Hier war 2015 schon alles tief verschneit. Der Klimawandel macht hier auch nicht halt. Für Interessierte: googlen Sie doch einmal „Bolivien – höchstgelegenes Skigebiet der Welt“, 280 km von hier. Heute ist der Gletscher komplett verschwunden, dort existiert nur noch nackter Fels, Hotels und Skilifte verrotten. Übrigens: Tochter und Hund sind immer als erste oben. Der Unterschied beträgt eben doch schon 3 Gramm und 4 Minuten. Und: der Rest der Familie behauptete, keine Zeit zu haben. Verdächtige sie ein bißchen: keine Lust….
Ab 4.500 Metern geschlossene Schneedecke. Allerdings ist der Aufstieg mühsam. Alle 50 Meter Höhenunterschied machen einen schlagartig 3 – 4 Jahre älter

Gut für heute. Rechts über Elvira ginge es weiter auf 5.035 Meter Höhe (Pico Tunari). Allerdings wird der Weg zunehmend verbraucherunfreundlich. Die Höhe des Matterhorns ist aber damit schon fast erreicht, da fehlen nur noch etwas mehr als 20 Meter. Der höchste Berg Europas, der Mont Blanc, wird vom Tunari schon locker übertroffen. Andere Berge Boliviens werden per Definition nur noch vom Himalaya überragt – allerdings nicht, wenn man vom Fuß des Berges, also vom Meeresboden misst. Dann sind die Anden fast 16.000 Meter hoch. Ab Meeresspiegel gemessen müssen sie sich – in aller Gelassenheit – dem Himalaya geschlagen geben















