(Kinder)Karneval in Colomi 2017

Mit Karneval ist es für mich als einem Norddeutschen ein bißchen wie mit Weihnachten. Ohne Kinder fährt man am besten ganz weit weg und entdeckt neue Spezies im tropischen Regenwald oder so etwas. Mit Kindern ist es etwas Anderes. Die machen solche Feste einfach bunt und wonnig. Diesen Sonntag (wohlgemerkt: wieder NACH Aschermittwoch) war Karneval in Colomi, traditionell eine sehr feuchte Angelegenheit, ob es nun regnet oder nicht. Das liegt an den vielen Wasserbomben, Wasserpistolen und so weiter. Symbol: der Karneval reinigt uns von den Verkrustungen des alten Jahres, und deshalb darf da auch gelacht werden und Ausgelassenheit vorherrschen. Im morgendlichen Regen haben wir erstmal lieber in unserem Schuppen in Candelaria gespielt. Man muss ja nicht den ganzen Tag naß sein. Die Kinder brauchten lediglich zwei zu Ringen verschweißte alte Seilstücke, um bester Laune zu sein…

Regenzeit bedeutet auch, dass die Lagune Corani wieder da ist. Alles, was Sie an vorderem Wasser sehen, war 7 Monate trocken und Feld für Bohnen und Kartoffeln. Die Lagune erfüllt damit viele lebenswichtige Zwecke:
1) in 3.300 Meter Höhe ist sie kristallklar und erstklassige Trinkwasserversorgung
2) ihre regenbedingten Gezeiten treiben ganzjährig Turbinen an und sorgen für den Strom in allen Dörfern, auch in Candelaria
3) die Forellen gehören zu den besten Boliviens und gedeihen üppig
4) als Naherholungsgebiet für Paddler ist die kilometerlange Lagune mit den Anden drumherum ein Idyll. Schadet nix, dass ich das einzige Kayak da oben zu liegen habe
5) in der Trockenzeit sind die Böden alljährlich erneut mit fruchtbaren Vulkanmaterialien aus der Regenzeit erfüllt geschwemmt. 90 Bodenpunkte. Der Anbau wächst wie verrückt

Hier essen wir gerade Forelle und Kartoffeln, gekauft durch CDLB, Rosemary und Alex haben uns in ihre Küche eingeladen. Es ist wie mit Kindern in aller Welt. Ganzer Tag draußen bei Wind und Wetter, herumrennen und ausgelassen, lieber 5 – 6 Mal kleine Mahlzeiten

Alex hat derzeit den Pubertätsspleen, nicht auf Gruppenfotos sein zu wollen. Er war aber der Meinung, Lesli (4) müsste nun endlich alles über Wasserwerfer wissen. Hier einfüllen…

… und Feuer. Nee, Wasser

Ob Regen oder nicht: der Zug ist NASS und voller Rasierschaum

Unsere sind ja nicht von gestern. Hier unten in Colomi am Parkplatz, bestens aufgerüstet

Lauern am Strassenrand. Erste Kampfspuren

Vormarsch in Schaum- und Wasserschützenwolke. Links und rechts Alex und Choco mit schwerer Wasserartillerie, die Mädels mit Schaumdosen. Bin mit den beiden Kleinen an der Hand im Abstand. Das wird respektiert, nur wer sich als Kombattant outet, steht im Kreuzwasser…

… und in den Hauptgefechtsabschnitten gehe ich mit den beiden Kleinen einfach in eine kleine Bäckerei, um was Leckeres zu schlürfen. Die Großen sind dann auf sich gestellt und umso beweglicher und erfolgreicher

Kindergesichter Boliviens 14

Wie die Jahre uns prägen, sieht man weniger an meinem Haarausfall (da fällt nicht mehr viel), sondern an den Kindern. Hier eines meiner Mädchen im Juli 2010, noch im Heim …

… und gestern (Januar 2017), bei uns im Haus

Weihnachten Candelaria 2016

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Es war ein besonderes Weihnachtsfest in Candelaria. War Weihnachtsmann wie immer, aber es war zugleich mein Geburtstag – und diesmal haben einige Freunde aus Braunschweig den Gabentisch bestückt! Danke, Birgit, Dietrich, Clarissa, Moritz und Janka!

Hier ein Film, wie sie trotz 11.000 km Distanz dabei waren:

Und hier ein Dankgebet auf Quechua, der Ursprache Boliviens. Hören Sie sicher nicht jeden Tag:

Wir hatten wieder Demokratie und Solidarität vereinbart. Wer schon eine gute dicke Jacke hat, braucht ja nicht unbedingt noch eine zweite. Die „Angelitos“ aus Candelaria kennen ja jede Familie – sie haben geholfen, daß alles an die richtige Stelle kommt und wirklich Segen spendet

dscn8477 dscn8489Das wurde wie jedes Jahr sehr ernst genommen

dscn8493Unsere Rotary-Austauschschüler sollen auch diese Seite Boliviens kennenlernen. Sie kamen gerne mit und halfen. Von links: Rasmus, Mathieu, Ella, Gesa und Thibault

dscn8495Rosemary hat auch an ihren kleinen Bruder gedacht, der nicht mitkonnte

dscn8499So kommen sie und staunen Papa Noel an – manche richtig ein wenig ängstlich

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dscn8511Danach wurde gespielt. Sehr typisch: die Jungs Fußball…

dscn8517.. die Mädels Volleyball…

dscn8513.. nur Leslie, hier mit ihrer neuen Mütze, ist ganz alleine mit einem Ball glücklich. Wie immer

dscn8533Irgendwie war meine Geburtstagstafel noch nicht fertig. Ging daher mit den Austauschschülern zur Lagune. So kam auch Bella nochmal zu ihrem Sport

dscn8540Mit Töchtern (ohne Noemi, sie hatte die Kamera) in der Küche von Familie Rodriguez, hier im BLOG schon wohlbekannt. Die Wände sind übrigens so schwarz, weil der Herd ein offenes Feuer ist.

dscn8553Auch „Torte anbeißen“ kennen Sie ja schon. Ella hat diesmal besonders gründlich geschubst

Cochabamba Bahnhof – wie in Spiel mir das Lied vom Tod

Digital StillCamera

Und es wäre so wichtig, den Verkehr weg von der Strasse auf die Schiene zu bringen…

Kaum beachtetes Erinnerungsstück

In einst prächtiger Kolonialstil-Halle mit Säulen: Fahrkartenschalter verpappt, alte Zuglauftafel blind

Schienenbusse

Die ehrwürdige alte Bahnhofshalle heute ein schmieriger Markt

Deutsche Adventsbräuche in Bolivien

advent_2016Selbstgestopfter Adventskalender für meine Töchter. Das gute Stück ist damit 20 Jahre alt geworden

 

dscn8336Vanillekipferl funktionieren auch in Bolivien. GottseiDank habe ich seinerzeit mein Kipferl-Backblech von Zenker noch eingepackt…

dscn8340 Er war früher Osterei. Wie die Kinder mit Recycling hübschen Weihnachtsschmuck machen…

dscn8339… und er mal eine Glühbirne.

dscn8338Grüße aus Annaberg, Erzgebirge / Bolivien

dscn8342Natürlich garantiert kitschfreier Weihnachtsbaum

dscn8343Nikolaus. Die Bonbons wie ein kleiner Regen, und für Bella gibt es auch was. Hat ja ihr Bettchen auch rausgeschoben