Es werden wieder allerorten Hausaufgaben gemacht – und jede/r hilft dem anderen. Ich auch, wenn ich kann.
Archiv des Autors: jefe
Hängematte
Candelaria: Gottesdienst und Spiel
Mit allen großen Kindern des Hauses Sonntag (danke Euch, Ihr großen Perlen. Sonntag ist Euer freier Tag, aber Ihr wolltet alle wieder mitkommen. Und habt wieder ein tolles bolivianisches Beispiel gegeben. Habe das hier übrigens persönlich allen mitgeteilt, das muss sein, Ehre, wem Ehre gebührt) im Kirchenfest der CANDELARIA gewesen. Erst Bibel und Gottesdienst, dann spielen. Geht prima.
War übrigens mein erster Gottesdienst in den drei Sprachen Spanisch, Deutsch UND Quechua. Habe jetzt tatsächlich eine zweisprachige Bibel Spanisch und Quechua. Habe durchaus Interesse, diese Ursprache auch zu lernen. Mein Freund, der Pastor Nelson Fabrica oben in Colomi, möchte mir das beibringen und dafür Englisch lernen. DEAL! Quechua kommt der deutschen Zunge entgegen, zB hartes „K“ und klare Zäsur nach jedem Wort.

Sehe es zu und zu gern, wie sie sich alle auf den Rollerblades verbessern…
Unser Haus auf Vordermann
Natürlich haben unsere jungen Damen in ihrer neuen Freiheit eher wichtigere Dinge im Kopf als unser Haus auf Vordermann zu bringen. Etwa Haare färben, Fingernägel machen, mit dem Lover telefonieren, Musik hören (da bin ich ja dabei, gebe ich sofort zu), in der Hängematte schaukeln. Was junge Damen eben so machen, die sich endlich mal im Leben frei und glücklich fühlen. Sollen sie ja auch!
Leider macht sich das Haus nicht alleine. Die Mädchen sehen es mehr und mehr ein. Und heute war so ein Tag, wo wir alle Lust hatten, mal „Klar Schiff“ zu machen.
Sehr schick nach Noemis Einsatz: unser Sport- und TV-Saal.
Zimmer von Maria und Noemi: alles aufs Bett werfen, um den Boden mal zum Glänzen zu bringen.
Einsatz Maria: die Küche (zentraler Raum des Hauses, manchmal bis zu 20 Stunden am Tag in Benutzung, wir haben ja alle verschiedene Stundenpläne, aber jede/r soll anständig zu essen und zu trinken haben)…
Rosario macht nach Ende der Regenzeit die Gartenmöbel klar. Künftig wird auch draußen gegessen und gelernt.
Ein Segen, dieses Auto. Habe fast den ganzen Gartenmüll aus der Regenzeit in einem Rutsch runter zum Container gebracht
Karneval 3: Aschermittwoch
Auch hier gibt es Aschermittwoch, allerdings geht die Party weiter. „Asche“ wird sehr ernst genommen, überall wird der Karneval in kleinen Schüsseln symbolisch verbrannt und zugleich Pachamama, die Göttin Erde, gehuldigt (also ein Tröpfchen auf die Erde, der Rest zur eigenen Kehle). Im Markt La Cancha ist so viel Rauch, dass man keine 25 Meter weit sehen kann. Die Wasserwerferei geht übrigens auch weiter.
In der CASA haben wir auch ein Feuerchen in unserem „Azteken“ gemacht und ein bißchen Bier und Fanta für Pachamama verspritzt. Man weiß ja nie, Besser ist besser.
Karneval 2: mit den Kindern oben in Colomi
Wir wussten ja nun aus Oruro, wie es geht. Beeindruckt hat, dass Maria, Noemi und Fernando (unten im zweiten Bild alle dabei) trotz wenig Schlaf zum Rosenmontag morgens unbedingt mitkommen wollten, um den Kindern der Candelaria eine Freude zu machen. Und da waren wir dann – und wieder alle nass mit Spaß … inklusive unser Hund Veto und das Pferd von Rosemaris Nachbarn …

Karneval 1: Oruro – Im Rio Boliviens
Es gehört auch zur Ausbildung in der CDLB, den jungen Leuten ihr Land und ihre Kultur zu zeigen. Weder Noemi noch ihr Freund Fernando noch Maria waren jemals zum Karneval, schon gar nicht in der Hochburg Oruro. Na, wozu haben wir den Tacomita. Ab ging es in das „Rio Boliviens“…
An alle Spender: habe diese Reise zu 95% selbst bezahlt. Erschien mir irgendwie richtig. Nur unser Konto Nr. 10 „Movilidad“ hat ein bißchen Benzin dazugetan, etwa so viel, wie die Buskosten der Kinder betragen hätten…
Ein Fest der Farben und Tänze – und von den Kleinsten bis zu den Senioren marschieren alle mit, über 100.000 Karnevalisten und Musiker pro Tag. In der Hitze haben wir so manchen nicht beneidet. Oben Mitte: ja das ist EIN Hut, nicht eine ganze Gruppe 😉 .
Darunter: 12 Stunden ist dieser Mann in diesem herrlichen, aber schweren und „wohlig-warmen“ Kostüm…
Sicher haben Sie von dem Brückenunglück gehört, bei dem wenigstens 5 Menschen starben und viele verletzt wurden. Dieselbe Überführung haben wir morgens noch überschritten. Abends ging es nicht mehr. Sehr traurig. Zu sehen in youtube, falls die Nachricht in Europa durch die Krimkrise überlagert wurde:
http://www.youtube.com/watch?v=FgHNVzfGoOY
oder Oruro 2014, desplome de pasarela. Doch der Karneval in Südamerika ist davon nicht aufzuhalten. Er ist übrigens kein politischer Karneval, sondern eher historisch geprägt.
Das Silber Boliviens wurde mit viel Blut erkauft. Viele Karnevalswagen zeigen daher das Traditionssilber der Vereinigung und erinnern daran.
WASSER UND SEIFENSCHAUM
Eine alte Sitte ist es, mit Wasserbömbchen, Spritzpistolen und Schaumdosen jeden zu durchweichen, den man erwischen kann. Wir waren davon nicht ausgenommen – und wieso auch. Allerdings waren wir ja auch bewaffnet – und hatten schnelltrocknende Sachen an und Geld und Handys in Plastiktüten..
Zurück in Cochabamba ging es natürlich weiter. Besonders unsere kesse Maria scheint die wasserwerfenden Burschen besonders anzuziehen. Daheim in der CASA hatte keine/r mehr was Trockenes zum Wechseln…
BEGLEITPROGRAMM UND REISE
Oruro ist keine Schönheit – liegt aber bezaubernd auf über 3.000 Metern und hat einige Sehenswürdigkeiten – wie die Statue der Jungfrau über der Stadt mit atemberaubendem Ausblick.
Gott sei Dank hat uns die Höhenkrankheit verschont – hier der höchste Punkt unserer Vier-Stunden-Fahrt über die Anden…
Und für alte koloniale Sehenswürdigkeiten aus dem Jahre 1600 in der Höhe sind wir auch ausgestiegen, wenn man schon mal da ist…
Unsere Hobbyarchäologen: Wo ist denn nun dieser ominöse Geheimgang, von dem das Buch sprach …
16 Jahre und ein Talent
Vor zwei Wochen haben wir ja unseren Ausnahme-Saxophonisten Jorge wohlverdient nach Buenos Aires verabschiedet. Dort studiert er an einem guten Konservatorium, und ich glaube, wir werden von ihm hören. Heute gab Eduardo in der Cochabamba Jazz Band sein Debüt. Eigentlich Klassiker, spielte er zum ersten Mal Jazz im Konzert. Und wie. Hochgeschossen und schlank, noch sehr kindlich wirkend, aber seine Instrumentenbeherrschung…
Und seine Noten hat er einfach auf dem IPad. Auch in dunklen Gigs selbstleuchtend. Dolle Idee. Wieso schleppe ich eigentlich ewig meine kaffeeverschmierten Partituren mit mir rum, die ich im Halbdunkel eh kaum lesen kann…
Unser Zoo wächst
Schuleinschreibungen: der Kampf jeden Februar
Anders als in Deutschland müssen sich die Schüler Boliviens jeden Februar wieder neu einschreiben, selbst wenn sie an derselben Schule bleiben. Die Wechsler wie unsere Maria haben es noch schwerer, vor allem, wenn sie erst auf den letzten Drücker aus dem Heim zu uns kommen. Also war die ganze Mannschaft nachtschichtweise im Wechsel mit ihr an ihrer neuen Wunsch-Schule. Erfolg: am 20.2. hatte sie ihren ersten Unterricht, in kleiner Klasse mit 15 Leuten. Im November 2016 möchten wir hier mit ihr krachend das Abi feiern…
Müde, aber mit allen geforderten Dokumenten vor Ort und in der Schlange. Gut, dass mein im „Container“ malträtierter Kopierer endlich wieder läuft. Es ist schon etwa halb zehn nachts. Rechts Noemi, auch wohl schon mit wenig Lust, da noch länger herumzustehen…
Jetzt aber unterschreiben. Jeder Holzstapel wird dazu genutzt. Für alte Freunde: Maria schreibt hier mit meinem alten KPMG-Kuli… was die Werbedinger doch so alles wirklich Gutes können…










