Unser Haus auf Vordermann

Natürlich haben unsere jungen Damen in ihrer neuen Freiheit eher wichtigere Dinge im Kopf als unser Haus auf Vordermann zu bringen. Etwa Haare färben, Fingernägel machen, mit dem Lover telefonieren, Musik hören (da bin ich ja dabei, gebe ich sofort zu), in der Hängematte schaukeln. Was junge Damen eben so machen, die sich endlich mal im Leben frei und glücklich fühlen. Sollen sie ja auch!
Leider macht sich das Haus nicht alleine. Die Mädchen sehen es mehr und mehr ein. Und heute war so ein Tag, wo wir alle Lust hatten, mal „Klar Schiff“ zu machen.

TV Sportsaal_perfektSehr schick nach Noemis Einsatz: unser Sport- und TV-Saal.

Mädchenzimmer_Noemi_MariaZimmer von Maria und Noemi: alles aufs Bett werfen, um den Boden mal zum Glänzen zu bringen.

Küche_klar_SchiffEinsatz Maria: die Küche (zentraler Raum des Hauses, manchmal bis zu 20 Stunden am Tag in Benutzung, wir haben ja alle verschiedene Stundenpläne, aber jede/r soll anständig zu essen und zu trinken haben)…

Maria_GartenmöbelRosario macht nach Ende der Regenzeit die Gartenmöbel klar. Künftig wird auch draußen gegessen und gelernt.

Tacoma_GartenmüllEin Segen, dieses Auto. Habe fast den ganzen Gartenmüll aus der Regenzeit in einem Rutsch runter zum Container gebracht

Karneval 3: Aschermittwoch

Auch hier gibt es Aschermittwoch, allerdings geht die Party weiter. „Asche“ wird sehr ernst genommen, überall wird der Karneval in kleinen Schüsseln symbolisch verbrannt und zugleich Pachamama, die Göttin Erde, gehuldigt (also ein Tröpfchen auf die Erde, der Rest zur eigenen Kehle). Im Markt La Cancha ist so viel Rauch, dass man keine 25 Meter weit sehen kann. Die Wasserwerferei geht übrigens auch weiter.

RauchIn der CASA haben wir auch ein Feuerchen in unserem „Azteken“ gemacht und ein bißchen Bier und Fanta für Pachamama verspritzt. Man weiß ja nie, Besser ist besser.

Aschermittwoch_1 Aschermittwoch_2Rauch

Karneval 2: mit den Kindern oben in Colomi

Wir wussten ja nun aus Oruro, wie es geht.  Beeindruckt hat, dass Maria, Noemi und Fernando (unten im zweiten Bild alle dabei) trotz wenig Schlaf zum Rosenmontag morgens unbedingt mitkommen wollten, um den Kindern der Candelaria eine Freude zu machen. Und da waren wir dann – und wieder alle nass mit Spaß … inklusive unser Hund Veto und das Pferd von Rosemaris Nachbarn …Candelaria_alle Colomi_mit_Mädels Rocio_Schaum Rosi_wässert Veto_Carnevalero Pferd_Carnevalero

Karneval 1: Oruro – Im Rio Boliviens

Es gehört auch zur Ausbildung in der CDLB, den jungen Leuten ihr Land und ihre Kultur zu zeigen. Weder Noemi noch ihr Freund Fernando noch Maria waren jemals zum Karneval, schon gar nicht in der Hochburg Oruro. Na, wozu haben wir den Tacomita. Ab ging es in das „Rio Boliviens“…
An alle Spender: habe diese Reise zu 95% selbst bezahlt.  Erschien mir irgendwie richtig. Nur unser Konto Nr. 10 „Movilidad“ hat ein bißchen Benzin dazugetan, etwa so viel, wie die Buskosten der Kinder betragen hätten…
Kostüme_1 Kostüme_3 Köstüme_2Ein Fest der Farben und Tänze – und von den Kleinsten bis zu den Senioren marschieren alle mit, über 100.000 Karnevalisten und Musiker pro Tag. In der Hitze haben wir so manchen nicht beneidet. Oben Mitte: ja das ist EIN Hut, nicht eine ganze Gruppe 😉 .
Darunter: 12 Stunden ist dieser Mann in diesem herrlichen, aber schweren und „wohlig-warmen“  Kostüm…

Sicher haben Sie von dem Brückenunglück gehört, bei dem wenigstens 5 Menschen starben und viele verletzt wurden. Dieselbe Überführung haben wir morgens noch überschritten. Abends ging es nicht mehr. Sehr traurig. Zu sehen in youtube, falls die Nachricht in Europa durch die Krimkrise überlagert wurde:  

http://www.youtube.com/watch?v=FgHNVzfGoOY

oder Oruro 2014, desplome de pasarela.  Doch der Karneval in Südamerika ist davon nicht aufzuhalten. Er ist übrigens kein politischer Karneval, sondern eher historisch geprägt.

Wagen_SilberDas Silber Boliviens wurde mit viel Blut erkauft. Viele Karnevalswagen zeigen daher das Traditionssilber der Vereinigung und erinnern daran.

WASSER UND SEIFENSCHAUM

Eine alte Sitte ist es, mit Wasserbömbchen, Spritzpistolen und Schaumdosen jeden zu durchweichen, den man erwischen kann. Wir waren davon nicht ausgenommen – und wieso auch. Allerdings waren wir ja auch bewaffnet – und hatten schnelltrocknende Sachen an und Geld und Handys in Plastiktüten..

Bewaffnet Schaum_1 Schaum_2

Zurück in Cochabamba ging es natürlich weiter. Besonders unsere kesse Maria scheint die wasserwerfenden Burschen besonders anzuziehen. Daheim in der CASA hatte keine/r mehr was Trockenes zum Wechseln…

Schaum_3

BEGLEITPROGRAMM UND REISE

Oruro ist keine Schönheit – liegt aber bezaubernd auf über 3.000 Metern und hat einige Sehenswürdigkeiten – wie die Statue der Jungfrau über der Stadt mit atemberaubendem Ausblick.

VirgenGott sei Dank hat uns die Höhenkrankheit verschont – hier der höchste Punkt unserer Vier-Stunden-Fahrt über die Anden…

Höhenmeter_2Und für alte koloniale Sehenswürdigkeiten aus dem Jahre 1600  in der Höhe sind wir auch ausgestiegen, wenn man schon mal da ist…

Höhenmeter_1 ArchäologieeinlageUnsere Hobbyarchäologen: Wo ist denn nun dieser ominöse Geheimgang, von dem das Buch sprach …

Oruro_2014_M+N003

16 Jahre und ein Talent

Vor zwei Wochen haben wir ja unseren Ausnahme-Saxophonisten Jorge wohlverdient nach Buenos Aires verabschiedet. Dort studiert er an einem guten Konservatorium, und ich glaube, wir werden von ihm hören. Heute gab Eduardo in der Cochabamba Jazz Band sein Debüt. Eigentlich Klassiker, spielte er zum ersten Mal Jazz im Konzert. Und wie. Hochgeschossen und schlank, noch sehr kindlich wirkend, aber seine Instrumentenbeherrschung…

Und seine Noten hat er einfach auf dem IPad. Auch in dunklen Gigs selbstleuchtend. Dolle Idee. Wieso schleppe ich eigentlich ewig meine kaffeeverschmierten Partituren mit mir rum, die ich im Halbdunkel eh kaum lesen kann…

Saxo_2Saxo_2o.

Unser Zoo wächst

DSCN3097Wer eine Noemi in seinem Haus wohnen hat, der hat auch dauernd neue Tiere. Hier ein ausgesetztes Kaninchenbaby. Ist ein Männchen, weiss sie, und nennt es „Bugs Bunny“. Gut, ich glaube das einfach

Schuleinschreibungen: der Kampf jeden Februar

Anders als in Deutschland müssen sich die Schüler Boliviens jeden Februar wieder neu einschreiben, selbst wenn sie an derselben Schule bleiben. Die Wechsler wie unsere Maria haben es noch schwerer, vor allem, wenn sie erst auf den letzten Drücker aus dem Heim zu uns kommen. Also war die ganze Mannschaft nachtschichtweise im Wechsel mit ihr an ihrer neuen Wunsch-Schule. Erfolg: am 20.2. hatte sie ihren ersten Unterricht, in kleiner Klasse mit 15 Leuten. Im November 2016 möchten wir hier mit ihr krachend das Abi feiern…

Einschreibung_2Müde, aber mit allen geforderten Dokumenten vor Ort und in der Schlange. Gut, dass mein im „Container“ malträtierter Kopierer endlich wieder läuft. Es ist schon etwa halb zehn nachts. Rechts Noemi, auch wohl schon mit wenig Lust, da noch länger herumzustehen…

Einschreibung_1Jetzt aber unterschreiben. Jeder Holzstapel wird dazu genutzt. Für alte Freunde: Maria schreibt hier mit meinem alten KPMG-Kuli… was die Werbedinger doch so alles wirklich Gutes können…

Gespendete SINGER-Nähmaschine

Danke an die Spenderin der Nähmaschinen!

Hätte allerdings nicht gedacht, dass wir auch die gespendete Kleidung umnähen würden, aber genau das machen Noemi und Rosario, für die Kinder oben in Colomi. Die Jeans eines 14-jährigen deutschen Jungen passt nun mal nicht einmal einem wohlgerundeten 50-jährigen Familienoberhaupt hier. Und ein 8-jähriges Mädchen trägt hier nicht Größe S, sondern eher „Spargel“. Daher verkleinern die Mädchen alles, was sonst nicht geschenkt werden kann. Freiwillig. Habe sie darum nicht gebeten. Aber sehr gelobt.

Nahmaschine_1Alles fertig (hier Noemi).

Nahmaschine_2Und los. Der Berg Änderungskleidung ist groß genug

Geburtstag am Valentinstag

In der Regenzeit feiern wir besser drinnen. Alvaro wurde am 14.2. 19 Jahre alt, da haben wir in der CASA mal gegrillt, schließlich ist hier so was wie Sommer.

Festtafel_AlvaroLinks Musiklehrer Fredy, Noemi, Maria. Rechts Freddy und Alvaro.

Eier_GeburtstagVorher gab´s Eier auf das Haupt. Ist so Sitte hier.

jefe_de_parillaGeburtstagskind hat zu grillen.

Geschenk_AlvaroGeschenk-Bonbon….

Kinder im Hochnebel

Seit heute ist auch die CANDELARIA offizielles Mitprojekt der CDLB. Wir werden – nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit unseren Händen – ein einfaches Spielhaus für die vielen Kinder bauen, damit sie nicht mehr in der Küche nahe des offenen Feuers spielen. Der Pastor hat mich gebeten, außerdem Sonntags als Laie ein bißchen über Gott und was uns so bewegt im Lebenskampf, kindgerecht zu erzählen. Werde ich machen. So alle zwei Wochen. Zement und Baumaterial hoch, und dann etwas erzählen und vor allem spielen

Kleiderspende_3Noch einmal gespendete Kleider hochgebracht. Hier werden sie wirklich geliebt, geschätzt – und gebraucht. Immer wieder kommen neue Kinder zur Tür rein und fragen: „Gibt es hier die tollen Sachen aus Deutschland? Meine Schwester und ich frieren…“ Hierher wird viel gebracht werden, da legen wir uns fest.

Rosa_PlüschjackeWer hat diese sagenhafte rosa Jacke gespendet? Rosemari kam durchgefroren an, weil sie unbedingt die Spielstunden mitmachen wollte. Hier oben ist Hochnebel, Sprühregen, Knochenquälwetter. Sie gab mir strahlend ihre eiskalte Hand, dünne Baumwollklamotten, einen Kilometer durch dieses Wetter marschiert, um dabei zu sein (gleich nächstes Foto unten, rechts in Grau Rosi, das war ihr „Wärme- und Nässeschutz“ durch 8 Grad und klebende Feuchtigkeit).  Übergewichtig ist sie ja nun auch nicht gerade. Jetzt ist ihr warm. Sie wissen gar nicht, wieviel Wohltat Sie gespendet haben.

und_sie_ärgert_sich_doch Schach_lernenBei dem Wetter geht es gar nicht anders, als auch drinnen zu spielen. Mensch-ärgere-Dich-nicht und auch Schach in Grundzügen.

Rollerblades_downhill Kriegen_wir_hin Sandra_ChampionUnd wieder das eine Paar Rollerblades. Die Kinder reißen sich darum. Und Sandra ganz unten – wie hier im BLOG schon bekannt – beherrscht die Dinger so cool, dass ihr die Eiswürfel aus dem Hosenbein rieseln…