Kein Kommentar, lesen Sie es doch bitte einfach, Übersetzung unten

Propuesta para el cabildo del domingo 13 de noviembre de 2022

1) Dar 24 hrs de plazo al gobierno para fijar la fecha para el censo 2023.
2) En caso de no tener respuesta, Santa Cruz aplicará la desobediencia civil al estado boliviano, rumbo a su propio federalismo.
3) Tras la desobediencia civil, convocar a un referendo departamental, para reafirmar, mediante el voto, y los cruceños avalemos jurídicamente un estado federal.
4) La desobediencia civil se aplicará hasta que el estado boliviano acepte constitucionalmente un estado federal en Santa Cruz.
La desobediencia civil se aplicará de la siguiente forma:
• Cierre de todas las oficinas de Impuestos Nacionales en Santa Cruz.
• Toma y control de los campos de hidrocarburos ubicados en el departamento de Santa Cruz.
• Toma y control de todas las instituciones controladas por el estado boliviano.
5) Todas las empresas privadas de Santa Cruz, mientras dure el conflicto, dejarán de pagar impuestos, hasta que el estado boliviano acepte legalmente lo exigido por Santa Cruz.
6) Respaldar a nuestros líderes y empresarios privados en caso de amedrentamiento por parte del estado boliviano.
7) Los policías y militares radicados en Santa Cruz, tendrán dos opciones, pasar bajo el mando del gobernador departamental ó abandonar el departamento cruceño en caso de no estar de acuerdo.
8) Cualquier acción policial o militar dentro de Santa Cruz contra la desobediencia civil, tendrá reacción inmediata de todo el pueblo cruceño, en defensa propia.
9) Si el estado boliviano insiste y pretende un ataque (por las medidas tomadas) a Santa Cruz, será declarado como una guerra a los cruceños y nos declararemos Independientes de Bolivia.
10) Al declararnos independientes, Santa Cruz tomará Beni y Pando, para liberarlos del estado boliviano.

Übersetzung:

Vorschlag für die Volksversammlung am Sonntag, 13. November 2022.

1) Geben Sie der Regierung 24 Stunden Zeit, um das Datum für die Volkszählung 2023 festzulegen.
2) Wenn es keine (entsprechende) Antwort gibt, wird Santa Cruz zivilen Ungehorsam gegen den bolivianischen Staat anwenden und auf seinen eigenen Föderalismus zusteuern.
3) Mit dem zivilen Ungehorsam wird ein Referendum einberufen, um durch die Abstimmung zu bekräftigen, dass die Menschen in Santa Cruz einen föderalen Staat legal unterstützen
4) Ziviler Ungehorsam wird angewandt, bis der bolivianische Staat einen föderalen Staat in Santa Cruz verfassungsrechtlich akzeptiert.
Ziviler Ungehorsam wird wie folgt durchgeführt:
• Schließung aller nationalen Finanzämter in Santa Cruz.
• Beschlagnahme und Kontrolle der Öl- und Erdgasfelder im Departement Santa Cruz.
• Beschlagnahme und Kontrolle aller vom bolivianischen Staat kontrollierten Institutionen. (Anm.: Also auch die Raffinerien. Damit käme der Verkehr im Hochland nahezu zum Stillstand)
5) Alle Privatunternehmen in Santa Cruz werden, solange der Konflikt andauert, keine Steuern mehr zahlen, bis der bolivianische Staat rechtlich akzeptiert, was von Santa Cruz gefordert wird.
6) Unterstützen Sie unsere Führer und Privatunternehmer im Falle einer Einschüchterung durch den bolivianischen Staat.
7) Die in Santa Cruz stationierte Polizei und das Militär haben zwei Möglichkeiten: sich unter das Kommando des Departamentsgouverneurs zu stellen oder das Departement Santa Cruz zu verlassen, wenn sie nicht einverstanden sind.
8) Jede polizeiliche oder militärische Aktion innerhalb von Santa Cruz gegen zivilen Ungehorsam wird eine sofortige Reaktion aller Einwohner von Santa Cruz zur Selbstverteidigung nach sich ziehen.
9) Wenn der bolivianische Staat darauf besteht und einen Angriff (aufgrund der getroffenen Maßnahmen) auf Santa Cruz beabsichtigt, wird dies als Krieg gegen die Bevölkerung von Santa Cruz gesehen und wir werden uns für unabhängig von Bolivien erklären.
10) Wenn wir uns für unabhängig erklären, wird Santa Cruz (die Bundesländer, Anm.) Beni und Pando einnehmen, um sie vom bolivianischen Staat zu befreien.

Es radikalisiert sich…

Diese unverhohlene Gewaltdrohung kursiert unten in der Stadt Santa Cruz gegen die „traidores“ (Verräter), die den Generalstreik nicht mitmachen. Schlußsatz: Diejenigen, die den Generalstreik nicht mitmachen, denen wird die Stadt Santa Cruz Respekt davor lehren
Mitte: Restaurants, Kneipen, Geschäfte etc, die ab jetzt offen sind, werden von uns allen geschlossen.

Derweilen konnte ich heute zum ersten Mal seit dem 24.10. wieder tanken. Unsere pfiffige Tankstelle hat entgegen der Vertragslage Tanklaster aus einer anderen Richtung kommen lassen. Gut, wieder nur solange der Vorrat reicht – aber wir haben jetzt wieder 120 Liter Sprit in Tank und Reserve, und die Nachbarn auch alle. Reicht (bei uns) bei kluger Einteilung locker bis Jahresende. Jetzt ist nun mal nicht die Zeit für verschwenderische Ausflüge durch das ganze Land

Tag 15 des Generalstreiks

Mal wieder das typische Kindergarten-Polittheater von Ignoranten hier, die sicher sonstwohin gehören, aber bestimmt nicht in eine politische oder sonstige Führungsposition. Auf dem Bild Riesenschlangen vor unserer einzigen Tankstelle in Samaipata, weil sich das Departamento (= Bundesland) im Generalstreik befindet. Es geht um die Volkszählung. Nicht wie in Deutschland, dagegen. Nein, DAFÜR, aber volle Pulle! Denn mangels Meldewesen oder sonstiger durchdachter Organisation hat hier niemand eine Ahnung, wo eigentlich wie viele Menschen leben. Aber passenderweise werden die Sitze im Parlament und die Steuern paritätisch nach Einwohnerzahl verteilt. 2022 wäre verfassungsmäßig also wieder eine Volkszählung drangewesen. Die für Santa Cruz günstig ausgegangen wäre, denn wir erleben hier permanenten Zuzug, während die Menschen aus den rückständigen Sozialistenzentren im Hochland schreiend weglaufen. Es geht um nicht weniger als etwa eine Million Einwohner, die Santa Cruz heute mehr als in 2012 haben dürfte. Bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 11 Millionen in Bolivien alles andere als ein Pappenstiel! Insofern sehr verständlich. Die MASISTAS, also die chronischen „sozialistischen“ Wahlbetrüger rund um Evo Morales, derzeit an der Macht, haben die Volkszählung nicht durchführen lassen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Wenn Santa Cruz tatsächlich auf knapp 3,5 Millionen kommt, sind deren Felle da oben nicht nur am Schwimmen, sondern sozusagen schon in der Stromschnelle aufgelöst.
Trotz allem trifft diese Blockiererei weniger die korrupten, vollgefressenenen Politiker da oben in La Paz, die sich eh alles erlauben, sondern die ohnehin schwache Wirtschaft und natürlich die Ärmsten. Alles wird sofort teurer, Schwarzmarkt und Tauschhandel blühen, und wenn es keinen Sprit gibt, rollt nichts und die Versorgungswege veröden. Schiffe und Züge gibt es ja nicht im Hochgebirge. Unsere Mädchen oben in Cochabamba stöhnen. Das Material, das sie jetzt für ihre Examen brauchen, ist rar und teuer. Baumaterial habe ich hier auch schon wieder nicht. Manchmal befürchte ich fast, man glaubt mir das hier bald nicht mehr. Überschwemmungen, Polittheater, wochenlange Ausschreitungen, chaotische überreagierte Pandemiesituationen, monatelange Totalsperrung der Straße vorm Haus wegen Bauarbeiten, jetzt wieder Generalstreik. Der hat wohl keine Lust mehr, die Schaufel in die Hand zu nehmen, was!
Doch, hat er…

https://www.lostiempos.com/actualidad/pais/20221105/civicos-del-pais-se-reunen-coordinar-paro-nacional-este-lunes

Und dieser Artikel von heute sagt: wenn die in La Paz nicht endlich auf den verfassungsmäßigen Weg zurückkommen, dehnen wir den Streik auf ganz Bolivien aus.
Na, Mahlzeit

In der Ruhe liegt Kraft

2022 ist wieder im Rhythmus, das war in den beiden Vorjahren ja nicht so. Anfang Dezember sind ALLE Ausbildungsgänge (von Kindergarten über Regelschule und Berufsausbildung bis Uni) fertig, dann kommen die großen Sommerferien (Südhalbkugel!), und im Februar 2023 geht´s weiterführend in die nächste Phase. Dazu gibt es Aufnahmeprüfungen. Warum sich nicht in der Hängematte auf unserer schönen Terrasse darauf vorbereiten?

Nach konzentrierter Arbeit vorm Fernseher eingeschlafen. Hand auf´s Herz, wem ist das noch nicht passiert?

Ja! Tatsächlich! Oktoberfest in Bolivien, aber mit Jugend und Kindern und ohne Aggression

Und natürlich ganz streng deutsch besetzt, mit gaaanz wenigen Ausnahmen. Von links: Kirsty (Australien), Manuel (Bolivien), der Mann mit dem Rasierpinsel am Hut (deutsch. Woher soll ich hier auch einen Gamsbart herkriegen…), Marianne (Schweiz), Daniela (auch Schweiz), Jhonny (Panama), Amelia (Bolivien), Giovanni (Italien), in rosa: Stefaní (Frankreich), in ihrem Arm: Anku (französisch-chilenisch-bolivianisch), unten: Inge (bayerische Gastgeberin) und Diego, einer unserer Anwälte in Samaipata. Wie Sie links sehen, hat auch das Oktoberfestbier den richtigen Markennamen

Unsere Elvira (Mitte) war auch da und blieb sogar bis zum Schluß

Fliegende Tische. Jede/r saß mal irgendwo

Werner, bayerischer Gastgeber, mit Kirsty

Mit roter Feder noch David, Chilene, Ankus Vater. Zünftig, nicht? Na, wenn das nicht mindestens die Internationalität von den Münchner Wiesn hat….

 

Modell-Mangel in Rocios Schlußspurt

Rocios letztes Prüfungsfach zieht sich aus faktischen Gründen. Sie muß auch ein Examen in BARTPFLEGE ablegen – bloß wie, wenn die Herren da oben im Hochland keinen Bartwuchs haben. Dafür kann ja keiner was, ist einfach so. Und die paar, die Wuchs haben, werden von der Schar der bedürftigen Lehrlinge sozusagen fast überfallen und dann bis auf die Knochen runterrasiert, damit jede/r wenigstens mal ein bißchen geübt hat.
Und sich selbst einen Bart anmalen (Foto) ist eine lustige Idee, aber gildet nich.
So klärt sich jetzt das Geschenk an Rocio (vorheriger Eintrag) auf:
1) komplettes Rasierset mit Dachshaarpinsel, Gillette, Wilkinson und allen guten Sachen aus Europa
2) Sie übt an mir! Und zur Not verlege ich zu ihrer Examenszeit nach CBBA, komme schon völlig unrasiert von hier und gehe jeden Tag in ihr Ausbildungsinstitut, um die Schabung und Bartformung dort erledigen zu lassen. Wird wohl im Dezember sein. Hier haben wir aber lieber schon mal angefangen:

5. Oktober Elvira 22

Unsere Juniorchefin ist nun auch schon 22. Erstmal gab es ein liebevolles ausgedehntes Frühstück mit Leckerlis und Geschenken

Dabei haben wir Rocios Geburtstag gleich mit- bzw. nachgefeiert. Was es mit dem Geschenkkörbchen auf sich hat, erfahren Sie in einem späteren Blog. Nur soviel: es hat was mit ihrer Berufsausbildung und männlichem Haarwuchs zu tun…

Geschmack wohl getroffen

Am Nachmittag dann wieder unsere berühmte Hausfete mit Grill. Mein Arbeitsplatz wie stets und gern hier

Die Festcorona wies am Ende sogar wieder Silvia und Mia auf (im unteren Bild rechts)

Auf diesem Bild sehen Sie sozusagen vier leckere Torten und einen davon begeisterten Tukan

Und auch die bolivianische Tradition, die Torte anzubeißen und dabei ein bißchen hineingestupst zu werden, hatte wieder ihren Platz. Es gab dann noch bis spät Musik, Spiel und gute Gespräche. Ein schöner Tag

 

Eine noble 50 + 50 – Party

Das sind Stephan und Andrea Vitzthum im schönen Bayern. Seit Jahrzehnten meine Freunde, kenne die beiden sozusagen noch aus dem letzten Jahrhundert aus unserer gemeinsamen Zeit in Frankfurt am Main. Sie feierten am 10. September ihre beiden jeweils runden Geburtstage (mit leichter Verspätung) und verzichteten auf Geschenke. Und baten stattdessen um Spenden für unsere Casa De La Bienvenida.
Allein das ist schon aller Ehren wert.
Aber was dann die Festcorona daraus gemacht hat, das verschlägt einem schlicht den Atem.
3.460 EUR sind bisher zusammengekommen! Ein Wahnsinnsergebnis.
Dafür kann ich auch hier nur noch einmal 1000 Dank an die beiden und alle Spender aussprechen, auch und gerade im Namen aller Kinder. Bin wie vom Donner gerührt. Dieser äußerst starke Dollar (an den die hiesige Währung Boliviano leider gekoppelt ist) bringt einen ja schon ganz schön ins Schwitzen. Seit Projektbeginn bis heute haben wir hier fast 50% an Kaufkraft verloren (unsere Finanzierungswährung ist ja nach wie vor der EUR), wozu neben dem Dollar natürlich auch die Inflation der letzten Jahre beigetragen hat. Da die Versorgung/Ausbildung der Kinder vorgeht, ist deswegen die Bautätigkeit etwas zum Erliegen gekommen. Aber das packen wir jetzt wieder an! Die Erdarbeiten für den Komplex Haus 4 sollen noch im Oktober beginnen. Das ist hier eine gute Zeit, hier ist ja Frühling (Südhalbkugel).
Ein sehr herzlicher Gruß nach Bayern und an jede/n in der Festcorona!
Hoffentlich war es für jede/n ein rauschendes und herrliches Fest. Haben alle verdient!

Zur Ehrlichkeit gehört auch das dazu

Das ist unsere Deysi, oben in Cochabamba, ehemaliges Heimkind aus der CIUDADELA. 20 Jahre alt (Nachtrag: seit dem 30.9.2022 21 Jahre). Treue BLOG-Folgende kennen sie schon lange. Jetzt schon zwei Kinder, der Junge geht schon in die erste Klasse, das Mädchen in den Kindergarten. Und nun schon wieder im 5. Monat schwanger.
Jedes Kind ist von einem anderen Erzeuger, zwingen Sie mich bitte nicht, bei dem Gelumpe von „Vater“ zu sprechen. Und der jetzige – wie könnte es anders sein – hat auch schon den langen Fuß gemacht.
Klartext.
Betreibe kein Kloster und bin auch nicht so naiv zu glauben, daß man sich in der Pubertät nicht unsterblich verliebt und dann nicht auch alles ausprobieren will. Was wir hier gegen unerwünschte Folgen tun, ist klare Aufklärung über VERHÜTUNG. Und das mit einem gewissen Nachdruck, ab sofort verliert jede, die hier in der Ausbildung ist und schwanger wird, ihren Platz hier. Kann doch wohl nicht so schwer sein! Zumal hier bestimmte Verhütungsmaßnahmen für die jungen Damen vom Staat bezahlt werden, um genau den Mist mal zu vermeiden. Die minderjährige, alleinerziehende Mutter ohne Geld und Perspektive ist in Bolivien leider kein Ausnahmephänomen.
Die Realität sollten Sie allerdings auch kennen.
Der XY süßraspelt herum „wenn Du mich wirklich liebst, brauchen wir kein Kondom“ oder „Kondome benutzen nur Huren“. Und die dumme Nuß vergißt alles, was sie hier gelernt hat, und sinkt offen dahin. Alle Geschlechtskrankheiten inklusive frei Haus, denn der faule Stumpen hat seine „Männlichkeit“ ja gerne schon in diesen 5-EUR-Bordellen am Stadtrand bewiesen. Was da abgeht, kann ich Ihnen leider weder aus persönlichen noch aus wissenschaftlichen oder journalistischen Erfahrungen schildern. Hörensagen reicht mir schon zum Abwinken. Diese Tore zur Hölle sind so abstoßend, daß man 50 Meter davor schon Angst hat, von einer versifften Heroinnadel bedroht zu werden, die ein paar Dollar herauszupressen versucht.
Immer schön weiträumig drumherumfahren.
Deysis zweites Kind kommt aber aus einem solchen Milieu.
Da habe ich sie 2017 noch herausgerettet, nur mit dem, was sie am Leibe hatte, und dem damals noch sehr kleinen Sohn. Dann wurde das Zuhälterpack auch noch zudringlich, allerdings nicht lange. Habe da GANZ wenig Mitleid.
Und dann lief sie wieder weg, geregelter Tagesrhythmus und Deutsch lernen für einen guten Posten im Tourismus, das war alles nichts. Und jetzt das.
Wir haben tolle Erfolge mit anderen jungen Damen. In der Richtung muß es weitergehen. In jedem Gefecht verlieren wir halt auch einmal. Auf lange Sicht zählen aber sozusagen die Gebietsgewinne